Best of 2017: Die grausame Woche von Wayne Shaw bekam gestern ihr kurioses Finale

Womit hat er das verdient?

Vom Star zum Depp in nur 24 Stunden. Man könnte meinen, 150-Kilo-Keeper Wayne Shaw hat in dieser Woche eigentlich schon alles erlebt. Doch dann kam das nächste Ligaspiel seines Ex-Klubs.

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Seit Montagabend kennt die ganze Welt Wayne Shaw. Der 150-Kilo-Keeper vom Fünftligisten Sutton United futterte nämlich im FA-Cup-Spiel gegen Arsenal kurz vor dem Abpfiff gemütlich eine Fleischpastete auf der Ersatzbank. Kurz zuvor hatte er sich in der Halbzeit im Stadionpub aufgewärmt.

Die Fernsehbilder dieses einmaligen Ausdrucks britischer Gelassenheit gingen um die Welt. Wayne Shaw war über Nacht ein Star - ohne dass er eine Minute gegen Arsenal gespielt hatte. Doch in der Hyperaktivität der modernen Fußballwelt ist offenbar kein Platz mehr für die herrlich-ulkigen Geschichten. Denn nur einen Tag später war Shaw schon der Depp der Nation.

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Weil ein englischer Anbieter eine Wette feilgeboten hatte, in der man Geld gewinnen konnte, wenn Shaw tatsächlich eine Fleischpastete während des Arsenal-Spiels verdrückt, stand der Ersatztorwart plötzlich am Pranger. Als er sich im Frühstücksfernsehen auch noch als ehrliche Haut zeigte und offenbarte, dass Freunde von ihm ein paar Pfund auf diese Wette platziert hatten, leitete der Verband Ermittlungen gegen Shaw ein. Plötzlich war aus dem kultigen Koloss ein Verdächtiger des Wettbetrugs geworden. Unter Tränen verkündete Shaw nicht mal 24 Stunden nach seinem Snack auf der Bank sein Karriereende. 


Wie im falschen Film

Er muss sich derzeit fühlen, als sei er in einen Horrorfilm geraten. Denn offen bleibt die Frage, wie der arme Kerl sauber aus der Sache hätte herauskommen sollen? Hätte er nämlich keinen Pastete verspeist, wäre das ja ebenfalls Teil der Wette gewesen. Wahrscheinlich hätte irgendjemand damit sogar Geld gewonnen. Denn Shaw war nun mal alleiniger Bestandteil der Wette und geriet so vollkommen unverschuldet ins Zwielicht. Man könnte eigentlich spöttisch auflachen, wenn man nicht so viel weinen müsste. Doch Shaws ohnehin dramatische Fußballwoche bekam am Samstag dann auch noch sein großes Finale.