Bernd Schuster vor dem Rauswurf

Im Auge des Hurrikans

Lehrstunde von Juve, Pokal-Schmach gegen einen Drittligisten, jetzt auch noch ein 0:1 gegen Valladolid: Bernd Schusters Abschied von Real Madrid wird immer wahrscheinlicher – auch wenn er selbst noch an die Wende glaubt. Bernd Schuster vor dem RauswurfImago Der Trainerstuhl von Bernd Schuster beim spanischen Fußball-Meister Real Madrid wackelt bedenklich. Vier Tage nach dem Pokaldebakel beim Drittligisten Real Union Irun mussten die Königlichen auch in der Primera Division bei Real Valladolid eine überraschende 0:1 (0:0)-Niederlage hinnehmen. Die Luft für Schuster bei den Königlichen wird immer dünner. Für die Tageszeitung AS ist der Rauswurf des blonden Engel bereits beschlossene Sache. »Die begründete Entlassung ist definitiv. Schuster ist die Mannschaft aus den Händen geglitten. Es gibt Zweifel, ob Schuster mit dieser Situation klarkommt«, schrieb die Gazette. El Mundo Deportivo kommentierte: »Real in der Krise. Schuster im Auge des Hurrikans.« Sport meinte: »Eine sehr lange Woche für Real, speziell für den Trainer.«

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Fabian Canobbio (48.) erzielte das Tor des Tages für Valladolid, das vor Wochenfrist noch 0:6 beim großen Real-Rivalen FC Barcelona verloren hatte. Zu allem Überfluss flog Real-Abwehrspieler Gabriel Heinze (88.) vom Platz. Allerdings bleibt der deutsche Ex-Nationalspieler zumindest vorläufig im Amt und soll auch im nächsten Spiel gegen Recreativo Huelva, das am Sonntagabend zu Hause 0:2 gegen den den `Königlichen´ jetzt um fünf Punkte enteilten Tabellenführer und Erzrivalen FC Barcelona verlor, noch auf der Real-Bank sitzen. Allerdings wird erwartet, dass die Real-Führung in der kommenden Woche bereits Kontakte zu potenziellen Nachfolgern aufnehmen wird, um möglicherweise schnell reagieren zu können. »Ich bin zweifellos enttäuscht, aber wir haben diese Niederlage nicht verdient. Die Mannschaft hat sehr hart gearbeitet, außer beim Tor hat es kaum Chancen für Valladolid gegeben«, erklärte Schuster, der die Madrilenen in der vergangenen Saison auf Anhieb zum Titel geführt hatte. Er selbst sei absolut ruhig, erklärte der Europameister von 1980. »Das Resultat hilft uns bestimmt nicht weiter, aber ich konzentrieren mich auf meine Arbeit«, sagte Schuster, »es gab im vergangenen Jahr schwierigere Momente. Auch diese haben wir gemeistert, warum sollte dies nicht wieder so sein.«

Schmerzlich vermisst wird von den Königlichen der niederländische Torjäger Ruud van Nistelrooy, der sich in Vail/US-Bundesstaat Colorado einer Knie-OP unterziehen musste und mehrere Monate ausfällt. Auch der Ex-Dortmunder Christoph Metzelder, der allerdings nur sporadisch von Schuster aufgeboten wird, stand verletzungsbedingt am Samstag nicht zur Verfügung. Der Ex-Hamburger Rafael van der Vaart konnte in Valladolid kaum Impulse setzen und wurde nach einer guten Stunde ausgewechselt. Real wird versuchen, die Mannschaft in der Winterpause zu verstärken. Ganz oben auf der Wunschliste steht der russische Stürmerstar Andrej Arschawin von Zenit St. Petersburg. Im zweiten Samstagspiel erlitt der FC Valencia durch ein 2:3 gegen Sporting Gijon eine überraschende Heimniederlage. Das Team des zuletzt nicht mehr berücksichtigen Ex-Nationaltorhüters Timo Hildebrand verlor damit wertvollen Boden auf die Spitzenteams. David Villa (69., Elfmeter) und Juan Mata (90.) trafen für Valencia. Den Dreier des Aufsteigers sicherten Tore von Luis Moran (20.), David Barral (52.) und Diego Castro (81.). Nachdem am Sonntag dann auch noch der immer noch ungeschlagene FC Villarreal in Malaga nur 2:2 gespielt hatte, nutzte `Barca´ die Chance, sich an der Tabellenspitze um drei Punkte von Villarreal und sogar um fünf Zähler von Valencia und Real abzusetzen. Die Tore beim 2:0 erzielten Olympiasieger Lionel Messi (51.) und Seydou Keita (85.).

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