Bekommt Bayern in dieser Saison ernsthafte Konkurrenz?

Bayer: Das Leverkusen-Gen

Mit Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach trafen zwei Geheimfavoriten auf die Bayern-Verfolgerrolle bereits am ersten Spieltag aufeinander. Hertha-Coach Pal Dardai nannte Leverkusen gar als seinen Favoriten auf die Meisterschaft.

Vorteil Leverkusen: die Eingespieltheit

In der Tat zeigte das Team von Roger Schmidt am ersten Spieltag, was es der Konkurrenz voraus hat. Viele andere Bundesliga-Teams wechselten vor der Saison den Trainer, brauchen Zeit, ehe sie taktisch eingespielt sind. Nicht so Leverkusen: Ihr 4-4-2-System ist nach mittlerweile drei Jahren unter Schmidt eingeschliffen, die Spieler wissen, was sie zu tun haben.

Und doch verlief der Saisonauftakt ernüchternd. Kennern des Leverkusener Spiels fiel auf, dass sich die Sechser und die Außenverteidiger überraschend stark zurückhielten – weniger Pressing, mehr Raumdeckung. Vorne wiederum fehlten mit Chicharito und Julian Brandt die beiden Anspieloptionen in der Tiefe.

Vor allem aber ist Bayer Leverkusen auch in der neuen Saison Bayer Leverkusen. In den entscheidenden Situationen stellten sie sich sehr ungeschickt an. Eine Mischung aus Unvermögen und Pech brachte Leverkusen auf die Verliererstraße, Leverkusen öffnete zu leicht die Räume hinter dem Mittelfeld und patzte in der Abwehr. Über das Meisterschaftsrennen möchte in Leverkusen nach diesem Saisonauftakt keiner reden.

Borussia Mönchengladbach: Genug Genie für den Wahnsinn?

Gladbach erwischte mit dem 2:1-Erfolg über Leverkusen einen besseren Start. Doch auch über Gladbachs Leistung schweben Fragezeichen. Wenn Gladbach Geschwindigkeit aufnimmt, sind sie kaum zu bremsen. Doch gerade im Aufbauspiel klaffen aber große Lücken zwischen Mittelfeld und Angreifer. Zudem ist ihr wahnsinnig-aggressives, äußerst mannorientiertes Pressing anfällig, wenn der Gegner die erste Linie überspielt. Andre Schuberts offensives System zwingt Gladbach auch in der neuen Saison dazu, den defensiven Wahnsinn mit offensiven Genie auszugleichen. Beinahe hätte man so die Führung noch aus der Hand gegeben, erst kurz vor Schluss erzielten sie den Siegtreffer.

So richtig überzeugt hat am ersten Spieltag nur eine Top-Mannschaft: der FC Bayern München. Sie grüßen bereits vom ersten Spieltag von der Spitze der Tabelle. Plötzlich scheint statt spannendem Meisterschaftskampf eine andere Option als realistisch: Dass die Bayern vom ersten bis zum letzten Spieltag an der Spitze der Tabelle durchmarschieren.