Bekommt Bayern in dieser Saison ernsthafte Konkurrenz?

Verfolger gesucht

Die Bayern starten furios in die Saison, die mögliche Verfolgerschar zeigt, was Fußballfans befürchten: dass die Münchener in einer anderen Liga spielen.

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Wenn es vor dem Start in diese Saison einen kollektiven Wunsch der Bundesliga-Fans gab, dann diesen: endlich einen anständigen Verfolger! Die Bayern, so die Hoffnung, würden Zeit brauchen, ehe sie sich unter Carlo Ancelotti neu sortiert haben. Der Italiener hat in seiner langen Trainerkarriere viele große Titel gewonnen, aber nur drei nationale Meisterschaften – könnte das nicht ein Zeichen sein?

Borussia Dortmund: Tuchel braucht Zeit

Das erste Wochenende der neuen Bundesliga-Saison legte eine gewaltige Schwachstelle in diesem Plan offen: Wer soll die Bayern denn eigentlich jagen? Denn während die Bayern ein (kaum Bundesliga-taugliches) Werder Bremen 6:0 zerpflückten, taten sich die als Konkurrenz ausgerufenen Teams schwer.

Bayern-Jäger Nr. 1 bei Buchmachern wie Fans ist die Borussia aus Dortmund. Mit vielen Millionen fing der BVB die Abgänge seiner Top-Spieler Mats Hummels, Ilkay Gündogan und Henryk Mkhitaryan ab. Doch selbst Tüftler Thomas Tuchel braucht Zeit, um das neu gekaufte Puzzle zusammenzubasteln.

Die Taktik aus der Vorsaison

Gegen den FSV Mainz 05 agierte der BVB folgerichtig weit weniger dominant, als man dies in der vergangenen Saison gewohnt war. Taktisch baute Tuchel auf dem System der Vorsaison auf. Erneut agierte die Borussia in einem asymmetrischen 4-2-3-1-System. Linksverteidiger Marcel Schmelzer rückte weit vor, wodurch Linksaußen Andre Schürrle einrücken und Richtung Tor ziehen konnte.

Mit der neuen Doppelsechs aus Gonzalo Castro und Sebastian Rode agierte der BVB jedoch wesentlich vertikaler, bereitete die Angriffe nicht so gut vor. In guten Momenten konnten sie mit Hochgeschwindigkeitsfußball dynamisch in die Spitze spielen oder mit Vollgas im Pressing die Lücken in der eigenen Defensive kaschieren. Nicht immer genügte das aber gegen konterstarke Mainzer, die zu überraschend vielen Chancen kamen.

Wann wird der BVB Gegner dominieren können?

Die Geschwindigkeit von Neuzugang Dembele und Schürrles Drang zum Tor brachten Dortmund auf die Siegerstraße. Das Spiel kontrollieren konnte der BVB jedoch erst, als Julian Weigl als zusätzlicher Sechser ins Spiel kam. Selbst am Ende mussten sie nach dem Mainzer 1:2 noch zittern. Tuchel wird Zeit brauchen, um auch mit der neuen Mannschaft Gegner dominieren zu können. Die Frage ist: Kann Dortmund auch in den kommenden Spielen mit der hohen Geschwindigkeit und Intensität die spielerischen Schwächeperioden überbrücken?