Begegnung mit Ralf Rangnick

Harte Fragen für Ralf Rangnick

Nun sitzen wir zu fünft in einem Besprechungsraum neben dem Arbeitszimmer von Rangnick: der Trainermanager von RB selbst, Kommunikationschef Scholz und RB-Pressesprecher Benjamin Ippoliti sowie die beiden Interviewer von 11FREUNDE. Draußen ist es fast dunkel, um halb sieben abends wird es auch langsam ruhig im Gebäude. Die Gesprächsatmosphäre ist von Beginn an freundlich und sehr konzentriert. Rangnick verliert auch bei harten Fragen nie die Contenance.

Kann man RB Leipzig lieben?

Aber uns geht es auch nicht darum, ihn persönlich zu attackieren. Wir wollen von ihm hören, welche Argumente er unserer Kritik entgegenzusetzen hat. An der aus unserer Sicht abstrusen Vereinskonstruktion oder der windschiefen Namensgebung. Wir fragen ihn, ob er alle 17 stimmberechtigten Mitglieder des Klubs kennt. Ob sein Klub die 50+1-Regel umgeht. Ob man RB Leipzig lieben kann. Was Rangnick selbst eigentlich für Fußballkultur hält. Und ob er selbst mal Fan eines Vereins gewesen ist.

Manchmal wird dabei gelacht, aber oft wird deutlich, dass hier ganz unterschiedliche Positionen aufeinanderprallen, was Fußball ist. Nach knapp anderthalb Stunden ist das Gespräch vorbei, Rangnick nimmt sich noch die Zeit für Fotos. Dann verabschieden wir uns freundlich voneinander.

Die Erkenntnis ganz am Schluss

Der Klub hatte uns angeboten, das komplette Gespräch unautorisiert, aber auch unredigiert abzudrucken. Das hätte trotz der konzentrierten Gesprächsführung ein schwer lesbares Konvolut von ungefähr dreifacher Länge dessen ergeben, was nun im Heft zu lesen ist. Wir vereinbaren also den üblichen Weg: Ralf Rangnick bekommt das von uns erstellte Interview zum Gegenlesen, um Fehler und Missverständnisse korrigieren zu können. Das passiert auch ohne Eingriffe, die das Interview in seinem Wesen verändern. Die Auswahl der Fotos und die Aufbereitung des Interviews liegt selbstverständlich bei uns.

Normalerweise liefern wir hier ein paar Zitate dessen, was unsere Gesprächspartner gesagt haben. Diesmal verzichten wir darauf, weil wir uns nicht dem Vorwurf aussetzen wollen, Zitate aus dem Zusammenhang zu reißen. Allerdings können wir sagen, dass dieses Gespräch uns in unserer Auffassung bestätigt. Der Fußball gewinnt trotz des Einflusses von Investoren an Glanz und Bedeutung nur durch jene, die ihn bedingungslos lieben: durch die Anhänger auf den Rängen.

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