Bayern vs. Verbände: Ein Best-of

»Lieber heute, als morgen vor Gericht«

Vermutlich zeigten sich die holländischen Verantwortlichen spätestens nach diesem Vergleich »irritiert«, jedenfalls spitzte sich der Konflikt zwischen dem FCB und dem niederländischen Fußballverband KNVB danach noch weiter zu. Der Rekordmeister verlangte schlussendlich Schadensersatz-Zahlungen und Uli Hoeneß ließ verlauten, mit dem Fall »lieber heute, als morgen vor Gericht« zu ziehen. 

Ziemlich beste Feinde 

Endgültig eskalierte der Streit dann aber bei einer Länderspielreise von Mark van Bommel: Im Rahmen der EM-Qualifikation 2010 baten die Münchner in einem Schreiben an den niederländischen Verband, den bereits angeschlagenen van Bommel nicht einzusetzen und ihn zur Regeneration wieder nach München zu schicken. Dem damaligen Bondscoach, Bert van Marwijk, schien das aber herzlich egal zu sein, er stellte den Abräumer im darauffolgenden Spiel gegen Schweden in die Startaufstellung. Zwar fanden die Bayern für das Verhalten des KNVB diesmal keinen so treffenden Vergleich, zeigten sich aber umso erboster. Die Münchener-Verantwortlichen empfanden den Einsatz van Bommels als »bodenlose Unverschämtheit«, die Niederländer bezeichneten das Poltern der Bayern als »Kriegserklärung«. 

 

Nach einer Aussprache beider Parteien gelangten die Verantwortlichen zwar zu der Erkenntnis, immer noch uneinig zu sein, schlossen 2012 aber trotzdem Frieden: In einem Freundschaftsspiel trat der FC Bayern gegen die holländische Nationalmannschaft an, die Einnahmen dienten als Reparationszahlung für die Verletzung Robbens. In besagtem Spiel lief der Niederländer übrigens nicht für den Rekordmeister, sondern für »Oranje« auf. Vielleicht würde eine ähnliche Herangehensweise mit Lucas Hernández ja für eine Lösung des aktuellen Konflikts sorgen – sofern die Bayern ihn für dieses Spiel abstellen.