Bayern mit Kalkül

Die übertriebene Härte des Uli H.

Uli Hoeneß legt noch einmal nach. Seiner Meinung nach wollen Mannschaften, die sportlich nicht mithalten können, ihr Defizit durch übertriebene Härte ausgleichen
Dass man direkt nach einem Spiel über das Normalmaß hinaus erregt ist, kenne ich selber nur zu gut. Dass man dann Dinge sagt, die man später - nüchtern betrachtet - nicht mehr als ganz so schlimm empfindet, kann ich auch nachvollziehen. Doch Uli “von Locksley” Hoeneß, seines Zeichen Retter der Armen und Schwachen, steht zu dem Gesagten. Ja, er legt sogar noch einmal nach. Gegenüber dem Kicker sagte er heute:

“Mannschaften, die sportlich nicht mithalten können, gleichen das durch übertriebene Härte aus. Da wollen die Leute schönen Fußball sehen und machen ihn mit bösen Fouls kaputt. Ribery wurde permanent in die Hacken getreten. Hier wird bewusst die Gesundheit der Spieler gefährdet. Das ist Wahnsinn! Fast jeder Zweikampf war Foul, vor allem, als Hannover müde wurde.”

Dem Uli ist anscheinend gar nichts mehr peinlich. Einerseits finde ich das gut, da er so ein wenig Farbe in den mitunter tristen Bundesliga-Zirkus bringt. Andererseits weiß ich nicht genau, ob ich eher Mitleid oder Zorn empfinden soll. Da spielen die Bayern seit Jahren unattraktiven Stolper-Fußball, der zugegebenermaßen recht erfolgreich war, und dann kaufen sie sich mal einen, der technisch ein wenig beschlagener ist als der Durchschnitt und tuen so, als hätten sie den Sport neu erfunden.

Da ich glaube, dass die Rede eiskaltes Kalkül ist und die Bayern sich damit eine bevorzugte Behandlung seitens der Schiedsrichter erhoffen, halte ich das ganze für ziemlich armselig. Vielleicht will Wurst-Uli aber auch nur mal wieder von sich hören lassen. Anscheinend ist das auch bitter nötig, wenn selbst die eigenen Spieler ihm in den Rücken fallen. Mark van Bommel sagte auf jeden Fall zu der ganzen Geschichte:

“Dass sie (Hannover) überhart waren, kann ich nicht sagen.”