Bayer Leverkusen bildet Flüchtlinge zu Trainern aus

Für Fußball kommen - fürs Leben lernen

In einem Zeitraum von einem Jahr wurden die Mädchen in vier einwöchigen Modulen ausgebildet. Die fußballerischen Fähigkeiten standen dabei im Hintergrund. Es wurden andere Fragen gestellt: Wie wird eine Trainingseinheit aufgebaut? Was muss ein Trainer mitbringen? »Am Ende sollen alle in der Lage sein, eine Unterrichtseinheit mit dem Thema Fußball halten zu können«, erklärt Quast.

In der Zeit zwischen den Modulen mussten Hausaufgaben und Übungen erledigt und in die Schweiz geschickt werden. Eigene Fußballcamps und Spaßturniere wurden organisiert. Am Ende gibt es ein Zertifikat für das erfolgreiche Bestehen. Der Fußball selbst ist dabei nur ein Teil der Ausbildung. Daneben geht es noch um ortsabhängige Fähigkeiten, die Kappenhagen als »Lifeskills« bezeichnet. 

Fußball als Sender von Botschaften

Neben dem Kicken lernen sie zum Beispiel in Uganda, wie Malaria vorgebeugt werden kann. In den Slums von Mumbai wird über Hygiene und Sauberkeit gesprochen. Und in Kolumbien über Gewalt- und Drogenprävention. Neben den Trainern schickt die Scort Foundation Streetworker, Ärzte und Experten mit in die Camps. »Die Leute sind wissbegierig«, sagt Kappenhagen. Sie kommen für den Fußball und lernen dadurch für das Leben: »Sie saugen alles auf«. 

So wie Quast. Vor seinem Engagement für die Social Alliance arbeitete er 30 Jahre als Berufssoldat und sammelte in der ganzen Welt einen gewaltigen Erfahrungsschatz. Seit seiner Pensionierung ist er für Bayer Leverkusen unterwegs. Ab 1994 im Scouting, dann als Trainer der U13, die er auch heute noch betreut. Seit 2009 geht er wieder dorthin, wo es weh tut. Und profitiert dabei von seiner langjährigen Erfahrung. 

Quast weiß, wie er mit den Menschen auf Tuchfühlung geht und hat immer ein offenes Ohr. So wie für eine Teilnehmerin aus dem Armutsviertel Santo Domingo in Medellin, Kolumbiens Drogenhochburg.