Aus aktuellem Anlass: Fußballer im Gefängnis

Der Pornokönig fährt heute Taxi

Peter Storey
Arsenals Legende Peter Storey vollzog den zweiten Bildungsweg auf der schiefen Bahn. Nach seinem Karriere­ende verdingte sich der Verteidiger unter anderem als Puffbesitzer, Autodieb, Importeur von exzentrischen Pornos und unbeholfener Fälscher von Goldmünzen und Banknoten. 1980 nahm ihn die Polizei wegen der Sache mit den Münzen hops. Drei Jahre Haft. Heute Taxifahrer.

Jordan Letschkow
Sein größtes Verbrechen: den armen Thomas Häßler zum Luftduell verführt und Deutschland 1994 aus dem WM-Turnier geköpft zu haben. In den Bau muss Letschkow allerdings jetzt erst. Keine späte Strafe für 1994, sondern die Buße dafür, dass er als Bürgermeister von Sliwen reihenweise Steuerbeamte geschmiert haben soll. Es drohen stolze zwei Jahre Gefängnis.

Mickey Thomas
Auch der Waliser Mickey Thomas versuchte nach dem Ende der Laufbahn, das Einkommen mit Geldfälschen aufzubessern. Das funktionierte auch ganz gut, ehe der Richter ihn zu 18 Monaten Gefängnis verurteilte. Heute ist Thomas gefragter »after-dinner speaker«. Standardgag: »So Roy Keane’s on 50 grand a week? Mind you, I was on 50 grand a week until the police found my printing machine!«

Helmut Rahn
In der Spätphase seiner Karriere sprach der Held von Bern allzu sehr dem Alkohol zu. Nicht mehr nüchtern steuerte er 1957 sein Auto in eine Baugrube. Die Trunkenheitsfahrt und die anschließende Rangelei mit den Polizisten sorgten für ein hartes Urteil: zwei Wochen Gefängnis. Im Frühjahr 1958 trat er die Strafe an und wurde zu zwei Vorbereitungsspielen auf die WM 1958 am Gefängnistor abgeholt.

Willi Kraus
Wo anfangen, wo aufhören. Bankraub, Einbrüche, Kokainhandel, Körperverletzungen, mehr als 20 Jahre seines Lebens verbrachte der 2008 verstorbene Schalker Stürmer am Ende hinter Gittern. Weggefährten blickten in einer Mischung aus Bestürzung und Erleichterung zurück. »Im Trainingslager versteckte Willi eine Pistole unter dem Kopfkissen«, erinnert sich Günter Herrmann.