Aufstieg wegen Twitter?

Spanischer Lausbubenstreich

In der fünften spanischen Liga setzte der Klub San Serván eine Falschmeldung auf Twitter ab - und sicherte sich damit den möglichen Weg zum Aufstieg.

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Vor dem letzten Spiel der Saison lag San Servàn zwei Punkte zurück. Das Team brauchte einen Sieg, um sich noch einen Playoff-Platz um den Aufstieg zu sichern. Gleichzeitig durfte dafür aber der Konkurrent Racing Valverdeno auf keinen Fall gewinnen. Die Sache sah nicht leicht aus. Schließlich hatte Servàn auswärts in Alburquerque eine sehr schwierige Aufgabe zu lösen.

Dem Twitterkanal des Vereins zufolge bewahrheiteten sich dann auch die schlimmsten Befürchtungen. In der Halbzeitpause verbreitete der Verein dort schlechte Nachrichten an seine Follower: »Wir müssen die komplette zweite Halbzeit mit einem Mann weniger spielen, Kouba (der Torwart) wurde vom Platz gestellt, wir liegen 0:2 hinten, die Moral bricht.«

»Der Torwart wurde vom Platz gestellt«

Beim Kontrahenten Racing nahm man diese Nachrichten vergnügt zur Kenntnis, reichte nun doch ein Unentschieden im Heimspiel zum Ziel. Bei 1:0-Führung ließ man es nun lockerer angehen und nahm später gar den Stürmer Nicanor Olivera Salazar vom Platz. Endergebnis: 1:1.

Doch der Gegentreffer war noch das geringere Übel, viel schlimmer war die Nachricht, dass der Kontrahent Servàn sein Spiel tatsächlich gewonnen hatte und damit auf Platz vier vorbeigezogen war. Allerdings nicht mit 3:2 - wie nach dem vermeldeten 0:2-Rückstand anzunehmen war - sondern mit 1:0 (durch einen Treffer vier Minuten vor dem Ende).

Gegner wettert gegen hinterlistigen Plan

Fragende Gesichert allerorten. Dann folgte die bittere Gewissheit: Der Tweet des Konkurrenten zur Halbzeitpause war ein Fake. Juan Pegote, Trainer von Racing, tobte: »Sie haben uns reingelegt, das ist die Wahrheit. Ein Unentschieden hätte uns doch gereicht. Zudem spielten wir gegen einen schweren Gegner, wir wollten nichts riskieren und haben deswegen so gewechselt.« Dann schickte er einen bitteren Gruß an Servàn: »Heute sage ich "Glückwunsch", sie waren clever. Aber man sieht sich immer zwei Mal im Leben.«

Servàns Trainer wiederum erklärte das Ganze mit einem Lausbubenstreich. Der Beauftragte für die sozialen Medien sei gar nicht vor Ort gewesen. Also hätten ihm Freunde die Nachricht des Platzverweises und des 0:2-Rückstandes per SMS übermittelt, um ihn reinzulegen. So sei der Tweet zustande gekommen, es sei keine Absicht oder geplante Aktion gewesen, versicherte auch der Verein. Welcher Version man auch glaubt, Twitter könnte nunmehr erstmals für eine Aufstiegsentscheidung im Fußball gesorgt haben. Der Tweet jedoch ist mittlerweile gelöscht. Jetzt zählen erst einmal andere Dinge, die Aufstiegsrunde ab Sonntag zum Beispiel.