Auch Eggimann verlässt den KSC

Der Erfolg frisst seine Kinder

Der Schweizer Nationalspieler Mario Eggimann wechselt vom Karlsruher SC zu Hannover 96. Der 27-jährige Innenverteidiger wurde heute Mittag in der AWD-Arena vorgestellt. Die Badener verlieren damit einen weiteren ihrer Erfolgsgaranten. Florian Pfitzner „Es gab sehr gute Gespräche mit Trainer Dieter Hecking“, sagte Eggimann bei der Präsentation. „Ich habe großes Vertrauen in die ehrgeizigen Vereinsziele.“ Zudem habe 96 vom Potenzial eine sehr gute Mannschaft, „sie ruft es nur noch nicht konstant ab.“ Der Abwehrrecke ist Hannovers erster Neuzugang für die Saison 2008/09, der Vertrag gilt bis Juni 2013.

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„Wir wollen Kontinuität in den Verein bringen“, sagte Sportchef Christian Hochstätter. Darüber hinaus zeige nicht erst die gestrige Niederlage in Leverkusen, dass in der Abwehr der „Roten“ dringend Handlungsbedarf besteht. 96-Coach Hecking verriet: „Ich wollte Mario schon vor zwei Jahren nach Aachen holen. Mit ihm möchten wir kommende Saison den nächsten Schritt machen und näher an die oberen Plätze heranrutschen.“

Die zukünftige Nummer fünf bei Hannover 96 wechselt zwei Jahre vor Ablauf seines Vertrages an die Leine. Dies ist aufgrund einer Ausstiegsklausel möglich, wonach die „Roten“ eine Million Euro nach Karlsruhe überweisen müssen. Nach Regisseur Hajnal (zu Borussia Dortmund) und Rechtsaußen Görlitz (wahrscheinlich zurück zum FC Bayern) verliert der Aufsteiger am Saisonende somit seinen nächsten Leistungsträger. „Logischerweise bin ich enttäuscht“, kommentierte KSC-Manager Rolf Dohmen den Transfer, „aber das ist normal in diesem Geschäft.“ Die Entscheidung sei ihm sehr schwer gefallen, beschrieb Eggimann seinen Gemütszustand, „doch der KSC ist gefestigt und gut strukturiert – ich mache mir keine Sorgen um den Verein.“ Die starken Auftritte des torgefährlichen Verteidigers (bislang vier Saisontore), der sich Hoffnungen auf die Teilnahme an der Europameisterschaft macht, hatten sich bis nach England herumgesprochen. So sollen auch die Bolton Wanderers aus der Premier League zum Kandidatenkreis gezählt haben.

Mario Eggimann kam 2002 vom FC Aarau zum Karlsruher SC und absolvierte seitdem 143 Zweitligaspiele sowie 22 Partien in der ersten Bundesliga für den Club. Borussia Dortmund und Eintracht Frankfurt waren ebenfalls an einer Verpflichtung interessiert.