Arsenal London gegen FC Villarreal

Du stehst mir im Weg

Bei Arsenal London ist der Weg das Ziel: Seit Jahren zelebriert die Mannschaft von Arsene Wenger Zauberfußball ohne den ganz großen Erfolg. Das soll sich nun ändern. Kann das Team Underdog Villarreal aus dem Weg räumen? Arsenal London gegen FC VillarrealImago Es roch nach einer kleinen Revolution. Klammheimlich schlich sich Aston Villa in der Tabelle der Premier League nach oben und ließ das Gefühl aufkommen, die lähmende Dominanz der »Big Four« könne aufgebrochen werden. Es war aber nur ein Strohfeuer. Während Villa einbrach, riss sich Arsenal am Riemen, und nun sieht die Tabelle aus wie immer. Acht Punkte liegen mittlerweile zwischen der englischen Elite und den Komparsen der Liga. Tendenz: steigend, denn inzwischen hat Arsenal so richtig aufgedreht. Seit nunmehr 18 Spielen gingen die Gunners nicht als Verlierer vom Platz.

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Gerade noch rechtzeitig bekam die Truppe Arsene Wengers die Kurve - in einer Saison, die, wie so oft in der Vergangenheit, ein Jahr des Übergangs ist. Wengers Arbeit ist geprägt von einem Jugendkult und der ständigen Entwicklung eines technisch brillanten Spiels. Überaus schön anzuschauen ist Arsenal Hochgeschwindigkeitsfußball, die Titel räumen aber in der Regel andere ab. Meist fehlt die letzte Konsequenz, die Dreckigkeit in den entscheidenden Momenten und der kühl kalkulierende Zynismus, dessen Fehlen begeisternde Ballstafetten nicht kompensieren können. Wenn es die Metapher von der Schönheit, in der man sterben kann, nicht schon gäbe -   das Spiel der Londoner wäre der passende Anlass, sie zu formulieren.

Die Chance auf den nächsten Schritt

Seit nun 4 Jahren wartet der Verein darauf, sich einen weiteren Pokal in die Vitrine stellen zu können. Doch anstatt Titel zu hamstern, verkörpert Arsenal die Adoleszenz des perfekten Fußballs. Gegen Villarreal besteht nun die Chance, einen weiteren großen Schritt in der Entwicklung zu machen und das Halbfinale der Champions League zu erreichen. Die Aussichten sind gut, das von der Europapokalarithmetik so wertgeschätzte Auswärtstor gelang, und Arsenal flog mit einem gerechten 1:1 gen London.

Ein torloses Unentschieden würde demnach reichen, aber die Mentalität der »Gunners« lässt es kaum zu, rationalen Ergebnisfußball zu spielen. Sie haben das schon einmal probiert, anlässlich des Champions League-Halbfinals 2006. Mit viel Glück und einem vom Kampf um das deutsche WM-Tor hochmotivierten Jens Lehmann hielten die Londoner ihr Tor sauber und trudelten erstmals ins Finale. Gegner damals? Der FC Villarreal. 

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