Antonio Cassano teilt ein letztes Mal aus – gegen die ganze Serie A

Meckerrentner

Antonio Cassano hat seine Karriere beendet. Mal wieder. Und beleidigt zum Schluss, mal wieder, wahllos alles und jeden. Über einen, der die Klappe nicht halten kann. 

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Zugegeben: Die Serie A strotzt nicht gerade vor Mannschaften, die dem aktuellen Ligaprimus Juventus Turin gefährlich werden können. Doch zu sagen, die Liga verfüge – abgesehen von Juve und Milans Gonzalo Higuain – über keinerlei Siegertypen, halten wir dann doch für etwas gewagt. Aber Antonio  Cassano ist anders als wir. Und allgemein anscheinend der Auffassung, die Welt hätte vor 20 Jahren stehen bleiben müssen. Oder vor 19. Denn da war sie ja noch in Ordnung. Schließlich gab es da noch echte Siegertypen. Typen wie ihn. 

Damals, im Jahr 1999, erzielte der sein erstes Tor als Profi. Gegen das große Inter Mailand. Als Siebzehnjähriger. In seinem zweiten Spiel überhaupt. Wem das nicht spektakulär genug ist, schaut sich das Video einfach selbst an.



Der einzige Italiener, der mehr Bücher herausgegeben als gelesen hat

Eine solche Kaltschnäuzigkeit brachten damals nicht viele auf den Rasen. In seinem Alter schon gar nicht. Giovanni Trapattoni sah im jungen Stürmer aus den Armenvierteln von Bari bereits den nächsten Weltstar. Doch es kam anders, als alle dachten. Der geniale Teenager entpuppte sich als Unruheherd par excellence. Beleidigte Mitspieler, Trainer und Schiedsrichter. Bezeichnete sich selbst als »Hurensohn von der Straße«. Fiel mit homophoben Sprüchen auf. Hatte keinen Respekt vor Journalisten oder Funktionären. Und vor Frauen schon gar nicht.

Beim AS Rom wurde er irgendwann nicht mehr berücksichtigt, bei Real Madrid vom Hof gejagt. Nach mageren 19 Partien. Danach zog es ihn zurück in die Serie A zu Sampdoria Genua. Dort, immerhin schon fast 27 Jahre alt, brachte er seine erste Biographie heraus. In der er unter anderem behauptet, mit über 700 Frauen geschlafen zu haben. Es folgten weitere Bücher mit Offenbarungen. Provokant wie immer formulierte er den Satz: »Ich bin der einzige Italiener, der mehr Bücher herausgegeben als gelesen hat.«