Angeberwissen über Qäbälä

»Es ist eine Krisenregion«

Der Kapitän unter Mordverdacht
Apropos Gewalt-Aficionado: Hallo, Javid Huseynov. Noch im Vorjahr war Huseynov Kapitän der Mannschaft, nun sitzt er im Knast. Bei einem Spiel Qäbäläs auf Zypern provozierte Huseynov die zypriotischen Fans mit einer türkischen Flagge, was der Journalist Rasim Aliyev nicht ganz zu Unrecht kritisierte. Einen Tag später vermöbelten sechs finstere Gestalten den bedauernswerten Aliyev so übel, dass dieser wenig später seinen Verletzungen erlag. Beteilig dabei war, richtig, Huseynov. Auf eine Pointe verzichten wir an dieser Stelle.

Roman Grygorchuk
Trainer des Teams ist Roman Grygorchuk. Der ist Ukrainer und scheint seine Klubs nach klangvollen Namen auszuwählen. Bevor er nämlich den FK Qäbälä übernah, trainierte er Chernomorets Burgas in Bulgarien und Metalurg Zaporizhya in der Ukraine, sowie FK Ventspils und Dinamo Daugavpils in Lettland. Seine nächste Station ist dann der SV Zulte-Waregem. Vielleicht. Übrigens: Grygorchuk hat in Qäbälä einen prominenten Vorgänger: Kein geringerer als Arsenal-Legende Tony Adams trainierte den FKQ von 2010 bis 2011.


Wem gehört Bergkarabach
Als Borussia Dortmund 2015 auf Qäbälä traf, fehlte Henrikh Mkhitaryan. Und das aus außergewöhnlichem Grund: Da sich Aserbaidschan und Mkhitaryans Heimatland Armenien um die Grenzregion Bergkarabach streiten, hielten es die BVB-Bosse für diplomatischer, den Armenier zuhause zu lassen. »Es ist eine Krisenregion. Was das Zusammenspiel der beiden Länder angeht, das ist schon über das normale Maß hinausgehend. Wir haben mit dem Spieler gesprochen, es ist für alle Beteiligten das Beste«, sagte Hans-Joachim Watzke. Bitter.