Amateurteams im DFB-Pokal-Halbfinale

Niemand siegt am Millerntor!

FC St. Pauli (2005/06)
Schneebedeckter Rasen am Millerntor, Pokalviertelfinale des Drittligisten St. Pauli gegen den Bundesligisten Bremen – da war das Ergebnis schon vorher klar, zumindest für Fabian Boll: »Denen klapperten schon die Zähne, als sie uns mit unseren Alu-Stollen bewaffnet sahen.« Polizist und Mittelfeldspieler Boll sicherte mit einem Seitfallzieher die 2:1-Führung, am Ende gewann St. Pauli mit 3:1.

Nach dem Spiel tanzten die Mitspieler um Boll herum und sangen: »Niemand siegt am Millerntor«. Es sollte nicht der letzte Tanz des Abends gewesen sein. Die »Bild« berichtete damals, dass der letzte St. Pauli-Spieler tags darauf erst um zehn Uhr aus der Kneipe torkelte. 

Findigen Beobachtern stach etwas ins Auge, als sie sich die Stationen des Drittligisten St. Pauli auf dem Weg ins Pokalhalbfinale 2006 anschauten: Burghausen (3:2 n.V.), Bochum (4:0), Berlin (4:3 n.V.), Bremen (3:1). Und so wurde aus der Sensationsrunde der Paulianer schnell die so genannte »Bokal-Serie«. Wie passend, dass sich da zum Halbfinale die Bayern am Millerntor einfand. Doch die machten den Spaß – wie so häufig - nicht mit und gewannen.

St. Pauli konnte in den folgenden Jahren nicht mehr an die Erfolge im Pokal anknüpfen. So legte der Klub zur Saison 2012/13 das Camouflage-Trikot von 2006 wieder auf. Auch das war nicht gerade erfolgreich: In der zweiten Runde setzte es eine 0:3-Niederlage gegen Stuttgart.