Als Hape Kerkeling Auge beerbte

Liebesgrüße aus Litauen

Klaus Augenthaler is back! Der schweigende Kettenraucher und kettenrauchende Schweiger übernimmt die SpVgg Unterhaching. Wird er auch diesmal mit Hape Kerkeling kooperieren, so wie damals in Graz?  Als Hape Kerkeling Auge beerbte Jochen Köstler (damals Produktionsleiter von »Darüber lacht die Welt«): 1998 war Hape Kerkeling völlig überraschend zu SAT.1 gewechselt. Was wir brauchten, war ein Paukenschlag, etwas, worüber ganz Deutschland spricht – wie zuvor über »Hurz« oder Königin Beatrice. Unsere Idee war: Wir verkleiden Hape als litauischen Fußballtrainer und präsentieren ihn auf einer Pressekonferenz. In Deutschland war das nicht möglich, alle relevanten Klubs fürchteten Unruhe. Zum Glück kannte jemand von uns den Manager von Klaus Augenthaler, der zu der Zeit als Trainer in Graz beschäftigt war.

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Das war für uns eine perfekte Konstellation: 1) die Ösis in die Pfanne zu hauen und 2) einen Weltmeister als Lockvogel. Wir sprachen mit Auge, der zunächst nicht daran glaubte, dass sein Klub mitmachen würde. Doch zu unserem Glück war Peter Svetits, damals Präsident des Grazer AK, erklärter Kerkeling-Fan.

Ein paar Wochen später fuhren wir mit dem VW-Bus nach Österreich. Um die Dramatik ins Unermessliche zu steigern, fand die Pressekonferenz am Tag vor dem großen Derby statt. Wir waren zunächst etwas erstaunt, wie provinziell die dortige erste Liga war. Die Lokaljournalisten saßen vor einem Tisch in einer Bierstube, es sah aus wie bei einem besseren Dorfverein. Hinter dem Tisch: Albertas Klimawiszys aka Hape Kerkeling, seine Gattin im Pelzmantel, eine Münchner Laiendarstellerin, der eingeweihte GAK-Präsident und Klaus Augenthaler.




Auge hat sensationell mitgespielt! Er erklärte vollkommen überzeugend, dass er zu einem französischem Spitzenklub wechseln werde. Die Berichterstatter reagierten hochdramatisch. Es dauerte nur wenige Minuten, bis der Trainerwechsel im Lokalfunk und Fernsehen verkündet wurde. Der neue Trainer sang derweil ein litauisches Volkslied und lederte über Igor Pamic ab, damals teuerster GAK-Spieler (»Ich kann nur sagen: Er hat schnelle Auto, Fuß ist langsam.«).

Nach zwanzig Minuten Pressekonferenz ging es raus auf den Platz: Hape hat dann eine halbe Stunde lang das Training geleitet, wobei der Medizinball die Hauptrolle spielte. Er hat zudem die »Kosmonautenübung« in den österreichischen Trainingsbetrieb eingeführt. Wir hatten eigentlich gedacht, dass wir früher auffliegen!

Warum es funktioniert hat? Wir hatten zwei glaubwürdige Lockvögel, Augenthaler und den Präsidenten. Und es hätte wohl niemand damit gerechnet, dass ein Klub so etwas am Tag vor dem wichtigen Derby mitmacht.

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