Als Didi Hamann Wembley abriss

Die Schmach

Heute vor 16 Jahren: Das letzte Mal Wembley. Ausgerechnet England gegen Deutschland. Didi Hamann wird das letzte Tor erzielen – dank Carsten Ramelows Hüftschwung. 

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Das Vorspiel

Es ist 16 Uhr, als Schiedsrichter Stefano Braschi den Klassiker England gegen Deutschland bei Nieselregen anpfeift. Nach 77 Jahren werden es die letzten neunzig Minuten im alten Wembley Stadion sein, das Pelé die „Kathedrale des Fußballs“ nannte und in dem England 1966 seinen einzigen WM-Titel gewann. 

Es ist der zweite Spieltag der Qualifikation für die WM 2002 in Japan und Südkorea, bei der Deutschland später Brasilien im Finale unterliegen wird. Vor 76.400 Zuschauern freut sich Arsenals Verteidiger-Ikone Tony Adams auf Hubschrauberduelle mit Oliver Bierhoff. Liverpools Wunderkind Michael Owen wird Herthas Marko Rehmer zum Laufduell bitten. 

Die Entstehung 

Bis zur 13. Spielminute wirkt das Spiel zerfahren. Unnötige Abspielfehler, wenig Spielfluss und  viele Zweikämpfe machen die Nervosität auf beiden Seiten sichtbar. Trotzdem ist Deutschland das bessere Team. Dann läuft Englands »Mann fürs Grobe« Martin Keown einen einfachen Ball ab und passt ins Zentrum zu Paul Scholes, Herz und Seele von Manchester United. Ballannahme, leichtes Ballführen, keine Bedrängnis. Heutzutage undenkbar. Ein weiterer Ballkontakt, und noch einer, kein Abspiel. Bayer Leverkusens Michael Ballack reicht es nun. Keine Grätsche, nur cleveres Körperdavorgeschiebe, Scholes verliert den Ball, hakt nach »aaand it will be a freekick to Germany«.