Alle aktuellen Infos zum Blatter-Rücktritt

»Ein guter Tag für die Fifa«

Sepp Blatters Rücktritt kam überraschend, viel zu spät und hinterlässt viele Fragen. Alle aktuellen Infos zum Ende des Fifa-Paten.

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Sepp Blatter sorgt für den nächsten Paukenschlag. Gestern Abend gab der Schweizer seinen Rücktritt bekannt. Der Zeitpunkt war überraschend, der Rücktritt an sich nicht. Ein Überblick über die aktuellen Informationen:

Ermittelt das FBI auch gegen Blatter?
Nach dem angekündigten Rücktritt von FIFA-Präsident Joseph Blatter berichten US-amerikanische Medien von angeblichen FBI-Ermittlungen gegen den 79-Jährigen. Der Fernsehsender ABC News beruft sich dabei auf nicht genannte »Quellen«, die Bundesbehörde dementierte aber bereits offizielle Untersuchungen.

Aufgrund der US-Ermittlungen waren bereits sieben FIFA-Funktionäre festgenommen worden. Die Anklageschrift des New Yorker Gerichts belastet 14 Personen, darunter neun aus dem direkten FIFA-Umfeld, schwer. Es geht um Korruption und die Bildung krimineller Organisationen. Bislang war Blatter nicht auf der Liste der Verdächtigen aufgetaucht.

Allerdings, so ABC News, könnten die Verhafteten, beispielsweise die ehemaligen FIFA-Vizepräsidenten, im Rahmen ihrer Befragungen gegen Blatter ausgesagt und die Situation damit grundlegend verändert haben. »Jetzt, wo die Leute sich selbst retten wollen, gibt es möglicherweise ein Rennen, wer zuerst gegen Blatter auspackt«, zitiert der Sender eine Quelle.

Die Schweizer Bundesanwaltschaft hat hingegen nach dem angekündigten Rücktritt erneut betont, dass der 79-Jährige »kein Beschuldigter« in dem Verfahren gegen Unbekannt wegen »Unregelmäßigkeiten« bei den WM-Vergaben 2018 an Russland und 2022 an Katar sei.

»Das Verfahren der Bundesanwaltschaft wurde wegen des Verdachts der ungetreuen Geschäftsbesorgung sowie des Verdachts der Geldwäscherei eröffnet«, teilte die Behörde mit: »Dementsprechend ist Joseph S. Blatter kein Beschuldigter, sein angekündigter Rücktritt hat keinen Einfluss auf das Strafverfahren der Bundesanwaltschaft.«

Blatter-Tochter meldet sich zu Wort
Corinne Blatter-Andenmatten (54), die Tochter von Sepp Blatter hat die Gerüchte dementiert, dass die Rücktrittsankündigung ihres Vaters als FIFA-Präsident mit neuerlichen FBI-Ermittlungen zu tun haben. »Er ist ein großartiger Mensch. Mit dieser Entscheidung wollte er in erster Linie auch uns, seine Familie, schützen«, sagte sie im Schweizer Blick: »Seine Entscheidung hat nichts, aber auch gar nichts, mit den kursierenden Anschuldigungen zu tun. Mein Vater ist ein ehrlicher Mensch, der sein Leben dem Fußball gewidmet hat.«

Die Ankündigung ihres Vaters sei insofern eine Erleichterung, als der von allen Seiten aufgebaute Druck jetzt wegfalle: »Zuletzt ging es nur noch darum, ihn fertigzumachen. Das hat mir extrem wehgetan.« Blatter-Andenmatten wünsche sich »mir für meinen Vater und für den Weltfußball, dass nun wieder Ruhe einkehrt. Vor allem aber wünsche ich mir, dass die Weltöffentlichkeit endlich anerkennt, was er in den letzten 40 Jahren Großartiges für den Fußball geleistet hat«.

Blatter hatte am Dienstag seinen Rücktritt angekündigt. In der Folge wurde über weitere US-Ermittlungen spekulierten, die bereits zu den Festnahmen von sieben hochrangigen FIFA-Funktionären geführt hatten.