Alarmierende Studie zum Rassismus im Fußball

Alarmierende Zahlen für Deutschland

Das heißt, dass die Entwicklung in die richtige Richtung zeigt. Und doch noch ein langer Weg zu gehen ist. Wobei besonders die weltweiten Unterschiede ins Auge fallen.

Unrühmlicher Anführer der Statistik sind demnach Peru und Costa Rica, in denen jeweils 77 Prozent aller Fans sagen, bereits Zeuge rassistischen Übels geworden zu sein. In den Niederlanden hingegen mussten diese Frage nur 38 Prozent alle Befragten bejahen. Erstaunlich auf dem zweiten Platz: Russland mit 41 Prozent. Wobei sich dabei die Frage aufdrängt, ob die Studie hier präzise genug arbeitet. Denn wenn die Frage nach rassistischen Ausfällen gestellt wird, stellt sich zugleich auch die Frage, was der einzelne Fan darunter überhaupt versteht.


Grafik und Quelle: blog.forzafootball.com/kick-it-out/



Eine andere Frage, die die Studie ihren Teilnehmern stellte, lautete: Würden Sie sich wohlfühlen, wenn ein Spieler mit einer anderen Ethnie/Hautfarbe Ihren Klub, ihre Nationalmannschaft repräsentieren würde? 

Noch viel Arbeit



Eine Frage, die hierzulande nicht zuletzt im Zuge der Özil-Debatte und seines Rücktritts aus der deutschen Nationalmannschaft von Interesse und deren Beantwortung alarmierend ist. Denn nur 77 Prozent der befragten Fans aus Deutschland sagen: Ja! Macht mir nix, dass da jemand für meinen Verein, für mein Land spielt, der anders aussieht als der Klischee-Deutsche, der Wurzeln einer anderen Kultur in sich trägt.



Es steht also noch viel Arbeit an. In Sachen Rassismus im Stadion vor allem auch, so die Macher der Studie, darin, den Menschen aufzuzeigen, wie sie mit negativen Erfahrungen umgehen sollten, wo und wie sie Anfeindungen melden können und sollen. Von Anlaufstellen im Stadion, beim Verein oder entsprechenden Apps wissen derzeit nur 40 Prozent der Befragten. Dass die Klubs oftmals nicht ausreichend Anlaufstellen haben, und dass die, die es gibt, nicht hinreichend bekannt oder gekennzeichnet sind, ist eine andere Wahrheit. Und beileibe keine gefühlte.



Grafik und Quelle: blog.forzafootball.com/kick-it-out/