Absurde Vertragszusätze

Meisterprämie beim Abstiegskandidaten

Krassimir Balakov

Teil des »Magischen Dreiecks«, Heldenstatus in Bulgarien, Stuttgarter Legende: Krassimir Balakovs Karriere war mehr als bewegt. An der Seite von Giovanne Elber und Fredi Bobic beim VfB Stuttgart terrorisierte er die gegnerischen Abwehrreihen in der Bundesliga vor der Jahrtausendwende.


Balakovs Standing war so gut, dass er seinen Vertrag eigenständig um ein weiteres Jahr verlängern konnte – er musste lediglich seine Fitness nachweisen können. Trotz hoher Bezüge kokettierte er nach einer Niederlagenserie im Frühjar 1998 mit einem Sommer-Transfer. Kurze Zeit später hieß es, Balakov hätte einen Journalisten geohrfeigt. In der nächsten Saison kam es zum offen ausgetragenen Machtkampf mit dem neuen Coach Winfried Schäfer. Seinen Vertrag hatte der Bulgare da schon verlängert und beendete erst 2003 in Stuttgart seine Karriere. Alles andere wäre auch zu stressig gewesen.



Claudio Ranieri


Ganz schön smart, Mr. Ranieri: Der Coach, der Leicester City letzte Saison sensationell zum Titel in der englischen Premier League führte, hatte bei seiner Verpflichtung für den Fall der Fälle vorgesorgt. Eine Meisterprämie von fünf Millionen Pfund wurde in den Vertrag des Italieners eingesetzt. Weitere 100.000 Pfund gab es für jeden Platz, den die Foxes in der Abschlusstabelle über dem 18. rangierten. Macht insgesamt 6,7 Millionen Pfund für Ranieri.


Seine Spieler waren weniger optimistisch und dachten nicht daran, sich für den unvorstellbaren Erfolgsfall belohnen zu lassen. Das ganze Team bekam weniger, als der Coach: 6,7 Millionen gab es für den Saisonabschluss über dem 12. Platz. Ranieri, der alte Fuchs.

Stig Inge Bjørnebye


Einstweilige Verfügungen, die es den Betroffenen verbieten, sich bestimmten Orten oder Personen weiter als eine bestimmte Distanz zu nähern, kennt man von Gericht. Bei der Verpflichtung Stig Bjørnebyes musste der FC Liverpool allerdings nicht erst die Richter anrufen, der Norweger unterzeichnete sein ganz persönliches Näherungsverbot freiwillig.


Wichtige Hintergrundinformation: Stigs Vater Jo war Skispringer und hatte die Begeisterung für das Fliegen auf zwei Latten an seinen Sohn weitergegeben. Für Liverpool hingegen war diese Art des Wintersports Selbstmord auf Ski – wegen des Verletzungsrisikos durfte sich der bullige Verteidiger jeglicher Skischanze nur auf rund 180 Meter nähern.