Absurde Auswüchse in englischem Pokalwettbewerb

Was die kleinen Vereine von dieser Regel halten, machte Bradford City beim Spiel gegen Bury mit typisch englischem Humor deutlich. Im Tor von City stand beim Anpiff Keeper Colin Doyle, der auch am Samstag zuvor gegen Chesterfield gespielt hatte.

Doch nach nur drei Minuten wurde Doyle ausgewechselt (und durch Rouven Sattelmaier aus Ludwigsburg ersetzt). Bradfords Co-Trainer Kenny Black sagte mit treuherzigem Augenaufschlag: »Ich fand, er war nicht gut drauf.« 

Wie Bürger zweiter Klasse

Es war eine schöne Form des Protestes, denn schließlich konnte der Klub seinen Unmut nicht so deutlich äußern wie es die Zeitung »Guardian« tat: »Die Klubs und Fans aus der dritten und vierten Liga sind in der Fußballwelt keine Bürger zweiter Klasse. Doch das neue Reglement behandelt sie wie welche.«   

Die Regel mit den fünf Stammspielern war nicht der einzige bekloppte Einfall der Liga. In der Gruppenphase gab es für jeden Sieg drei Punkte, für ein Unentschieden einen Zähler. Doch nach jedem Remis wurde noch ein Elfmeterschießen angesetzt, dessen Sieger einen Extrapunkt bekam. Und das machte nun Oxford zum Rekordhalter.

34 Strafstöße für den Sieg

Am vergangenen Dienstag reiste das Team nämlich zum FC Chelsea 2. Nach 90 Minuten stand es 1:1. Obwohl das Nachwuchsteam aus London bereits ausgeschieden war und Oxford einen Platz in der nächsten Runde sicher hatte, mussten beide Teams ins Elfmeterschießen.

Nach zehn Schützen stand es 4:4. Nach 20 Schützen 7:7. Nach 30 Schützen 11:11. Erst als Oxfords Wes Thomas auch seinen zweiten Strafstoß in diesem Elfmeterschießen vergab, war das Drama endlich beendet und Chelsea der Sieger. Nie zuvor hatten in England zwei Mannschaften 34 Strafstöße gebraucht, um ein Elfmeterschießen zu entscheiden.

Ein Elfmeterschießen, das völlig unnötig war. Zwischen zwei Teams, die unter gänzlich anderen Voraussetzungen antraten. Kein Wunder, dass Oxfords Fans sich auf die Reise nach Shrewsbury mehr freuen als die an die Stamford Bridge.