Abstiegskampf – ein Pamphlet für die Leidenschaft

Wir woll´n euch kämpfen sehen

Abstiegskampf. Da geht es nicht um die Kohle. Den Fame. Den Marktwert. Den neuen Vertrag. Sondern um uns. Zerreißt euch, ihr Frankfurter, Stuttgarter, Bremer!

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Frankfurter. Stuttgarter. Bremer.

Erinnert ihr euch noch daran, wie es war, als ihr selbst in der Kurve standet? Als Kinder, als Teenager, vielleicht ja sogar noch dann, als ihr mit Fußball schon euer Geld verdientet? Kennt ihr es noch, das Gefühl, wenn in eurem Kopf nur noch Platz für euren Verein ist? Wenn ihr ab der 60. Minute mit jeder Faser eures Körpers darauf hofft, dass endlich der Ausgleich fällt? Wenn ihr alle Sorgen des Alltags vergesst, nicht mehr mitbekommt, ob euch kalt oder warm ist, ihr Schmerzen habt oder eigentlich schon viel zu betrunken seid? Wenn ihr schreit und kreischt, euch die Haare rauft, euren Nebenmann durchschüttelt? Wenn ihr Angst habt? Euch fürchtet? Bangt? Den Teufel an die Wand malt? Stoisch daran glaubt, dass alles gut wird? Ihr hofft?

Kennt ihr das noch?

Erinnert euch daran, wenn ihr heute vom Training nach Hause fahrt. Im Rückspiegel euer Stadion seht. Wenn euch in der Fußgängerzone der Zehnjährige um ein Autogramm bittet. Die 30-Jährige viel Glück wünscht. Und euch die 70-Jährigen mit ernsten Blick auf die Schultern klopfen.

Vergesst die Kohle, vergesst den Türsteher im Edel-Club

Wenn ihr im Teamhotel die Tür hinter euch schließt, dan vergesst die Kohle, die euch im Falle eines Abstiegs flöten geht. Den schrumpfenden Marktwert. Denkt auch nicht an die Auswärtsfahrten nach Heidenheim oder Sandhausen. Die Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle, von denen einige entlassen werden müssten, lasst auch sie außen vor, selbst wenn es schwer fällt. Pfeift auf den fehlenden Fame in der zweiten Liga, ausbleibende Interviewanfragen, und darauf, dass euch die Türsteher in den Edel-Clubs nicht mehr an der Schlange vorbei winken.