Aaron Ramseys Ruf als Todesengel

Ja, ein Zufall. Aber ein grotesker

Ein Zufall? In jedem Fall. Zugegebenermaßen aber ein recht grotesker. Eine ähnliche Statistik ließe sich zweifelsfrei auch für die Messis, Ronaldos und van Persies dieser Welt inszenieren. Der Unterschied ist allerdings: Der walisische Nationalspieler ist für seine Torgefahr wahrlich nicht berüchtigt. In vier Jahren Arsenal hatte er gerade eine Handvoll Treffer erzielt. Drei davon seien »tödlich« geendet, so die Hohrechnung des »Telegraph«.

Seit dieser Spielzeit hat sich Ramseys Profil nun verändert: Sein Trainer Arsène Wenger scheint dem defensiven Mittelfeldspieler tatsächlich Torgefahr eingeimpft zu haben. In den letzten beiden Premier League Spielen traf Ramsey dreimal, in der Champions-League-Qualifikation beerdigte er Fenerbahce mit dem vorentscheidenden 2:0 (Endstand 3:0) im Hinspiel und einem Doppelpack im Rückspiel. Das erste Gruppenspiel führte Arsenal in der Dortmunder Gruppe F nach Marseille. Die Nordlondoner besiegten Olympique mit 2:1, den Siegtreffer markierte – logisch – Aaron Ramsey.

Fatalismus und Unbehagen

Manch einer rettet sich in Fatalismus. »Vielleicht kann er auf diese Art weitere Probleme der Gesellschaft beheben«, so der schwarzhumorige Kommentar eines Anhängers in einem Arsenal-Forum. Schließlich hätte Ramsey eine Pop-Sängerin, einen Geschäftsmann, einen Diktator, einen Gewalttäter, und den Anführer einer terroristischen Organisation auf dem Gewissen.

Bei manchem wiederum sorgen Ramseys neue Qualitäten im Torabschluss für Unbehagen. In einem anderen englischen Fußball-Forum ist dieser Tage zu lesen: »Ich habe Angst, dass die Dinge außer Kontrolle geraten.«

Okkultismus, der
Substantiv, maskulin
1. Variante der Esoterik, Glaube an Dinge und Ereignisse, die als übernatürlich aufgefasst werden