Aachens umstrittenen Ultras »Karlsbande«

Wie glaubwürdig ist die »Karlsbande«?

Ein Argument was gegen einen plötzlichen Gesinnungswandel der »Karlsbande« sprechen könnte, ist ein Angebot von Alemannias Geschäftsführer Alexander Mronz. Dieser hatte der Karlsbande einen Dialog über die Aufhebung des Fahnenverbots, das der Gruppe auferlegt worden war, in Aussicht gestellt. Die Bedingung für ein solches Gespräch war, dass sich die Gruppierung via Spruchband von Rechtsextremismus distanziert. Ist das Banner also nur ein Weg, um sich alte Freiheiten zu erschleichen?

Von der Aktion der KBU zeigt Mronz sich angetan, »Das ist ein deutliches Zeichen«. Den Ruf der »Karlsbande« als rechte Gruppierung wies der Geschäftsführer allerdings zurück und schob die Verantwortung an die offiziellen Stellen ab. »Dass die »Karlsbande« rechtsradikal ist, habe ich auch noch nicht gehört. Das ist ein Ruf, der irgendwann mal entstanden ist. Alemannia ist kein Platz für politische Gesinnungen, wir als Verein kümmern uns um den Fußball, alles andere ist Aufabe des Verfassungsschutzes oder der Polizei.« Erst auf Anregung der Behörden würde der Verein in der Vergangenheit aktiv gegen rechte Fans. »Sollten aber Fans im Stadion mit entsprechenden Gesten auffallen oder es zu Ausschreitungen kommen, ziehen wir die Leute selbstverständlich raus. Ganz sicher ist es auch in unserem Stadion schon zu Ausschreitungen gekommen – bislang haben wir 200 Stadionverbote ausgesprochen«, so der Geschäftsführer.

Bereits in der Saison 2012/13 hatte die Karlsbande bereits mit einem Spruchband Abstand von Rechtsextremismus in ihren Reihen genommen. Der Wortlaut war seinerzeit nahezu identisch mit dem des jetzigen Banners. Wirklich substanziell war die Aktion damals allerdings nicht. Einige Wochen danach kam es zu den Ausschreitungen mit den Aachen Ultras. Die »Karlsbande« blieb, die Ultras Aachen resignierten vor der Bedrohung – und lösten sich schließlich auf.