96- Fanzine „Notbremse“ besser denn je

Ihr habt sie doch nicht alle!

Fanzines machen ist kein Zucker schlecken. Das weiß anscheinend nicht nur Philipp Köster als Herausgeber von 11 FREUNDE. Endlich sagt mit Andre Nowak von der Notbremse aus Hannover mal ein Zweiter die ganze Wahrheit. Imago Fanzine-Redakteure tun's aus Leidenschaft. Dass sie das auch bitter nötig haben, beweist der erschütternde Erlebnisbericht eines Notbremse-Verkäufers. Vorurteile, Unwissen und schlechtes Wetter sind neben Vereinszensur, Geldmangel und Nachwuchssorgen die natürlichen Feinde von Fanzine-Machern und -macherinnen.

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Engagierter Notbremse-Verkäufer: „Die neue Ausgabe der Notbremse, das 96-Fanmagazin! Heute wieder neu für nur 96 Cent!“ Ignoranter Passant: „Wie? Das kostet Geld. Nee, das is`mir dann zu teuer!“ Ein Dialog, wie er sich während eines durchschnittlichen Verkaufstages vor dem Niedersachsenstadion bestimmt 100 Mal abspielt, Tendenz steigend! Diese vom Zweifel am Kosten-Nutzen-Verhältnis geprägte Aussage führt seitens des Verkäufers meist zum Griff zum Hopfen-Malz-Mischgetränk, einem Kopfschütteln sowie dem eindringlichen Gedankengang: „Ja, habt ihr denn noch alle Tassen im Schrank?“

Also jetzt mal im Ernst: 96 Cent sind nun echt mal nicht die Welt – zumindest nicht für jemanden, der sich den Eintritt für die Roten leisten kann. Man kann uns ja viel vorwerfen, aber sicher keine Wucherpreise! Besonders schwillt dem passionierten Notbremse-Verkäufer der Kamm, wenn so mancher Passant unser kreatives Schriftstück als zu teuer ablehnt, während er schon gezielt nach der als Stadionzeitung getarnten Werbepostille Stammplatz fingert - immerhin 4 Cent teurer. Für die reklameunterlegten Vereinslobpreisungen aus der Feder der 96-Ein-Mann-Redaktion riskieren viele Leute schon eher mal den finanziellen Bankrott.

Alle die von vornherein denken, unsere Redaktion würde die Verkaufseinnahmen des Magazins in den Geldspeicher schmeißen, um dort anschießend mit Groupies Orgien zu feiern, denen sei eine Tasse Realität gegönnt. Mit dem Verkauf finanziert sich nämlich lediglich die nächste Ausgabe! Woher die Ansicht kommt, wir würden uns mit der Notbremse eine goldene Nase verdienen, ist uns ehrlich gesagt unklar. Wir haben lediglich Spaß daran, uns mit den Macken und lichten Momenten unser aller Lieblingsverein Hannover 96 auseinander zusetzen. Wenn nicht wir, wer dann?

Es bleibt zu hoffen, dass die Mehrheit derer, die schon mal einen Blick in Europas bestes Fachmagazin für Liebhaberei geworfen haben und sich dabei weder in die Insolvenz begeben, noch übergeben, haben, auch weiterhin den Notbremse-Verkäufer ihres Vertrauens aufsuchen! Mut schöpft die Redaktion vor allem daraus, dass uns die Leser zuletzt beim Heimspiel gegen Hamburg die Ausgabe aus den Händen rissen, wie warme Semmeln! Wir waren bereits um 15 Uhr ausverkauft und konnten grinsend ins Stadion wanken, um der optischen Vergewaltigung beizuwohnen, die 96 gegen den HSV bot. Daher ein Dank an alle interessierten Leser, die uns mit Lob, wenn nötig auch mit Kritik, ausstatten. Wer als Argument gegen uns aber nicht mehr als ein lapidares „96 Cent ist mir zu teuer“ vorbringen kann, nur um danach mit dem Stammplatz fremd zu gehen, dem ist echt nicht mehr zu helfen.