5 Gründe, warum Frankreich ein würdiger Titelträger ist

Nicht schön, aber effizient

Klar, im Finale war auch eine gehörige Portion Glück dabei. Aber es gibt gute Gründe dafür, dass Frankreich ein würdiger Weltmeister ist. 

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Dieser Artikel wird fünf Gründe liefern, warum Frankreich ein würdiger Weltmeister ist. Darum lassen Sie uns als Erstes den großen Elefanten aus dem Raum geleiten: Ja, beim 4:2-Finalsieg über Kroatien hatten die Franzosen Glück. Viel Glück. Den Freistoß zum 1:0 erschummelte sich Antoine Griezmann mit einer Schwalbe, der Elfmeter zum 2:1 war mindestens strittig. Ohne diese Führung hätte Frankreich nicht jene Kontertaktik fahren können, die ihnen zum klaren 4:2-Sieg verhalf.

Und dennoch: Weitet man die Blick auf das gesamte Turnier, ist Frankreich ein würdiger Weltmeister. Viele Eigenschaften dieser Weltmeisterschaft verdichten sich in der französischen Mannschaft. Fünf Gründe, warum sich die Les Bleus den Titel verdient haben.

1. Frankreich war eingespielt

Didier Deschamps ist kein Mann für Experimente. Nachdem er bereits im zweiten Gruppenspiel seine beste Elf gefunden hatte, hielt er bis zum Finale an ihr fest. Ihm war Eingespieltheit innerhalb des 4-2-3-1-Systems wichtiger als taktische Experimente. Das zeichnete fast alle erfolgreichen Teams dieses Turniers aus.

Jeder Spieler kannte seine Rolle innerhalb des Systems. Auf der linken Seite war Frankreich defensiver eingestellt: Blaise Matuidi hielt sich als Linksaußen offensiv zurück, der halblinke Sechser N'Golo Kante ebenfalls. Auf rechts agierten Kylian Mbappe und teilweise auch Paul Pogba offensiver. Jeder Spieler kannte seine Rolle im System und führte sie ohne zu murren aus. Extrawürste der Spieler? Fehlanzeige. 

2. Frankreich war das defensiv beste Team einer defensiven WM

Frankreichs gesamtes taktische System war auf defensive Stabilität getrimmt. Selbst wenn sie angriffen, befanden sich meist sechs, manchmal sogar sieben Franzosen hinter dem Ball. Auf fast allen Positionen waren sie defensiv eingestellt: Die Außenverteidiger hielten sich mit Vorstößen zurück. Pogba sicherte vor allem defensiv ab, auf Linksaußen stellte Deschamps in Matuidi einen weiteren gelernten Sechser auf. Selbst Stürmer Oliver Giroud fiel weniger auf durch seine Torschüsse, sondern durch seine permanente Defensivarbeit.

Frankreich gelang es vor allem, das defensive Zentrum zu schließen. Hier fingen die Innenverteidiger sowie Kante als Abräumer jeden Pass ab, der in diese Zone kam. Im Finale mussten die Kroaten immer wieder über die Flügel angreifen, um überhaupt vor das Tor zu gelangen. Die kroatischen Tore fielen dementsprechend nicht aus dem Spiel, sondern nach einem Freistoß und nach einem Patzer von Torhüter Hugo Lloris. Aus dem Spiel waren die Franzosen bei dieser WM kaum zu knacken.