5 Gründe, warum die Bayern wieder unbesiegbar sind

Selbst schwache Bayern sind besser als der Rest

3. Links ist die Schokoladenseite

Vor das Tor kamen die Münchener vor allem über die linke Seite. Bayerns Formation war ganz auf Angriffe über links eingerichtet. Linksaußen Franck Ribery postierte sich an der Seitenlinie, während Rechtsaußen Thomas Müller in den Strafraum zog. David Alaba rückte als Außenverteidiger vor und hinterlief Ribery.

Und Dortmund? Die hatten der Münchener Schokoladenseite wenig entgegenzusetzen. Jeremy Toljan war in der Anfangsphase häufig auf sich gestellt, verlor die direkten Duelle gegen Ribery und Alaba. Später gesellte sich Shinji Kagawa zu ihm, doch auch zu zweit hatten sie Probleme, die Münchener Angriffe zu stoppen.

4. BVB nach taktischen Wechseln besser, aber nicht zwingend

Auch wenn Peter Stöger mit seiner Taktik zu Spielbeginn danebenlag: Man muss ihm zugutehalten, dass er den Fehler schnell erkannte und korrigierte. Bereits nach einer halben Stunde brachte er Mahmoud Dahoud und stellte damit auf ein 4-3-3-System um. Dortmund störte nun früher, hatte gerade im Mittelfeldzentrum mehr Zugriff. Auch Flügelangriffe verteidigten sie dank doppelter Besetzung der Flügel besser.

Nach einer Stunde passte Stöger sein System erneut an, mit Andre Schürrle kam ein neuer Stürmer und damit einhergehend der Wechsel auf ein 4-2-3-1-System. Dortmund fiel es nun leichter, den Ball laufen zu lassen. Sie hatten mehr Breite im Spiel und konnten über die Flügel Angriffe fahren. Ihre Bemühungen, vor das Tor zu gelangen, waren aber nie zwingend genug. Hier zeigt sich eine weitere Stärke der Bayern: Im Zweifel können sie sich auf ihre defensiv starke Viererkette verlassen.

5. Selbst schwache Bayern sind besser als der Rest

Dass Dortmund nach der Pause noch einmal wiederkam, lag auch an immer schwächer werdenden Bayern. Der Druck im Pressing, der sie in der ersten Halbzeit auszeichnete, war nach einer Stunde vollkommen weg. Sie machten jetzt denselben Fehler wie Dortmund zu Beginn der Partie: Sie zogen sich weit zurück, verteidigten nur passiv und liefen somit hinterher.

Jupp Heynckes hat jüngst den Fitnesszustand seiner Spieler gerügt – nicht ganz zu Unrecht, wenn man den Leistungsabfall nach der Pause betrachtete. Dies war allerdings auch nichts Neues: Die Bayern haben schon die gesamte Saison über Probleme, über 90 Minuten die Spannung hochzuhalten. 

Hier zeigt sich auch das ganze Dilemma der Bundesliga: Den Bayern reichen 60 gute Minuten, um Spiele zu entscheiden. Kein Gegner setzt sie wirklich unter Druck und schafft es, die Bayern auch in ihren starken Phasen zu beschäftigen. Der Qualitätsunterschied ist derzeit zu groß – individuell, aber auch taktisch. Selbst schwache Bayern sind immer noch besser als der Rest.