5 Gründe, mal wieder zum Amateurfußball zu gehen

Leidensfähige Fans!

5.  Die Fans

Gut, gegen die Faszination eines aus 10.000 Kehlen gebrüllten Fangesangs kann sich niemand wehren. Aber die zum Teil so herrlich schrulligen Charaktere des Dorfplatzes sind eine Attraktion für sich. Die Meckerrentner, gerade eben vor Kaffee und Kuchen mit der Gattin geflohen, die nun vereinzelt wie Fliegenpilze auf der Tribüne stehen und eigentlich eine eigene Comedy-Show bräuchten. Die Spielerfrauen-Fraktion, in der es bei jedem Verein oberhalb der Kreisliga mindestens eine Dame gibt, die sich für die Victoria Beckham der Samtgemeinde Schlagmichtot hält und aufregend knappe Jeans-Hotpants mit Knallbonbonfarbenen Oberteil und gewagter Schminke verbindet, gegen die selbst Homer Simpsons Make-up-Flinte wie ein Präzisionswerkzeug wirkt.

Fips Asmussen hätte hier seinen Spaß

Und natürlich die Urgesteine, die hier schon gegen den Ball traten, als Berlin gerade seine Mauer aufstellte. Sie kennen jeden und alles und wissen es selbstverständlich besser. Klug ist, wer diese Männer in ihren Ansichten noch bestärkt. In ihrem Alles-und-Jeden-Wissen verbergen sich überragende Anekdoten, die Fips Asmussen vermutlich zu einem kompletten Bühnenprogramm verwursten würde.

Und wer Glück hat, zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist und die Gunst der Stunde erkennt, der wird dann ähnlich reich beschenkt wie der Autor bei einem seiner letzten Amateurfußball-Besuche. Da katapultierte sich nach dem Schlusspfiff einer dramatischen Partie ein älterer Herr mit beeindruckendem Schnäuzer über die Bande auf den Rasen, hob die Arme, blickte entrückt-verzückt in die Menge und rief laut:

»Jungs, das ist der glücklichste Moment meines Lebens! Heute ist alles egal: Eierlikör für alle!«

War das schön.