5 Gründe, mal wieder zum Amateurfußball zu gehen

Echte Typen!

4. Die Spieler

Machen wir uns nichts vor. Profifußballer ist es vollkommen gleich, ob wir nun auf der Tribüne so einen Hals haben, oder uns gerade vor lauter Entzücken in die schweißigen Arme des unbekannten Nebenmannes schmeißen. Für sie existieren Fans als Masse, was bei 30.000 bis 80.000 Menschen im Stadion auch nicht weiter verwunderlich ist. Ruhm, Kohle und Prominenz haben sie spätestens im zweiten Profijahr eh bis zum Ende der Karriere versaut, das mögen sie auch noch so oft widerlegen wollen mit herzergreifenden Dankeschöns an »die besten Fans der Welt«. Von einigen wenigen Ausnahmen mal abgesehen, leben Profifußballer ohnehin in ihrer eigenen Welt und steigen für maximal 90 Minuten am Wochenende von Wolke sieben zu uns Normalsterblichen herab. Das wollen wir den Herren auch gar nicht vorwerfen. Wir würden genauso handeln. Bloß fehlen uns Talent, Geld, Prominenz und schöne Frauen, um uns vom Boden der Tatsachen abheben zu lassen.

Rangeleien zwischen Fans und Spieler – was ein Spaß

Amateurfußballer sind auf dem rauen Tatsachenboden-Zurückgebliebene wie du und ich. Das macht sie nicht nur menschlicher, sondern auch nahbarer. Wenn sie scheiße spielen, dann sagen wir ihnen das auch. Und das Beste: Sie hören das sogar. Nicht selten enden Privatfehden zwischen pöbelnden Zaungast und Mittelfeldmann in höchst amüsanten Verbal-Kloppereien, manchmal gar in einer spontanen Rangelei, was dem Unterhaltungswert nun wirklich keinen Abbruch tut.

Außerdem lassen sich die verschiedenen Charaktere von Fußballspielern nirgendwo sonst so eingängig beobachten und analysieren wie auf dem Schlackeplatz um die Ecke. Der klobige Torwart, im richtigen Leben Schlachter und seit 15 Jahren ununterbrochen zwischen den Pfosten, was die Klodeckel-großen Kniebandagen eindrucksvoll beweisen. Die Verteidiger, im richtigen Leben keinem Zweikampf im Schlager-Teil der örtlichen Großraumdisco abgeneigt. Und keine Mannschaft kommt ohne das verkannte Genie in Mittelfeld oder Angriff aus, der gerne mal »für die Galerie« spielt und wirklich jeden Freistoß, Eckball, Einwurf und Schiedsrichterball ausführt.

»RAAAAUUUUSSS!«

Was jeden Besuch eines handelsüblichen Unterklasse-Kicks erst wirklich reizvoll macht: Die großartige Form der geblökten Konversation, die es so nur beim Fußball geben kann. Wer früher Fußball gespielt hat und nach einigen Jahren mal wieder als Gast auf einem Sportplatz auftaucht, dem wird es gehen wie mit Vokabeln einer Sprache, die man einst halbwegs fließend konnte, inzwischen aber weitestgehend vergessen hat. Wer bekommt nicht einen wohligen Schauer, wenn er alte Klassiker wie »RAUUUUUUUSS!«, »Nur stellen!«, »Verschiiiiiieben!«, »LEOO!« oder »TORWAAART!« hört?