5 Gründe, mal wieder zum Amateurfußball zu gehen

Wurst und Pils schmecken besser!

2. Die Wurst/das Bier

Schon komisch. Da blockieren zum Teil riesige Fangruppen unter Aufwand sämtlicher Demonstrationskenntnisse die Abfahrt von Mannschaftsbussen, weil die Truppe mal wieder beschissen gespielt hat. Da finden sich hunderte Gleichgesinnte, um nach niederschmetternden Niederlagen am Zaun zu rütteln und »Vorstand raus!« zu brüllen – aber wegen der gruseligen Verpflegung im Stadion ist noch niemand auf die Barrikaden gegangen. Dabei ist das, was inzwischen in der Bundesliga als Stadionwurst und gezapftes Bier durchgemogelt wird, Grund für eine blutige Rebellion.

Brötchen aus alten Hertha-Trikots

Neulich im Olympiastadion: Neun Euro inklusive Pfand für einen Ein-Liter-Plastikbecher. Das Pils wurde vor den Augen des entsetzten Käufers von einem Amateur vergewaltigt, sprich so lange umgeschüttet, bis auch der letzte tapfere Milliliter Schaum dem Todeskampf erlag und zu einem weißen Belag verrottet war, den man sonst nur von chemisch verseuchten Flußzuläufen kennt. Und mit der »Stadionwurst« hätte man früher die Hunnen aus Rom vertreiben können. Die Brötchen schienen aus zerkochten Hertha-Trikots der Saison 1991/92 hergestellt zu sein.

Nun hat nicht jeder Amateurverein den örtlichen Schlachtermeister als Wurstlieferant verpflichtet und werden auch hier zum Teil blutige Anfänger an Grill und Zapfanlage gestellt. Aber das ist doch eher die Ausnahme. Kein Landesligist kann sich auf Dauer erlauben, dem Wurst- und Pilserprobten Anhang drittklassige Ware aufzutischen. Wütende Rentner, die mit ihren Gehstöcken Bierwagen umschmeißen und erzürnte Dritte-Herren-Akteure, die den Holzkohlegrill mit Eigenurin löschen, wären die Folge.

Wurst, Pils, neue Freunde

Die logische Philosophie jedes Amateurklubs: Wenn der dargebotene Fußball schon eine Zumutung für Augen und das ästhetische Verständnis ist, soll wenigstens in den Mägen der Zuschauer lecker Sonnenschein herrschen. Und das Allerbeste: Für neun Euro bekommt man hier eine Eintrittskarte, die Bratwurst, einen halben Liter Bier und darf sich auch noch das anerkennende Nicken der Altvorderen sichern, wenn man das Vereins-Sparschwein mit dem Wechselgeld füttert.