21:18 in der regulären Spielzeit

Terror und Applaus

In Macau endet ein Pokalspiel mit 21:18. Das hohe Ergebnis ist Ausdruck eines Protests gegen eine Spielabsage. Dabei hat die gute Gründe.

Screenshot YouTube/Our Football

Wenn in einem Spiel 39 Tore fallen, ganz ohne Elfmeterschießen, dann ist das nicht normal. Wenn in einem Spiel 39 Tore fallen, die nicht wie bei einem handelsüblichen Kreisliga-Schlachtfest zum überwiegenden Teil für nur eine Mannschaft zählen, dann ist das ganz und gar nicht normal. Wenn in einem Spiel 39 Tore fallen, und die meisten davon werden von beiden Teams beklatscht, dann muss Absicht dahinter stecken.

So wie am Sonntag in Macau, der chinesischen Sonderverwaltungszone, beim Pokalspiel zwischen Ka I und Hang Sai. Das endete mit 21:18 für die Heimmannschaft. Und war nichts weiter als offen zur Schau getragener Protest. Für ein höheres Gut, für die Nationalmannschaft aus Macau. 



Die steht auf Platz 183 der Fifa-Weltrangliste und hat sich noch nie für einen Asia Cup, geschweige denn für eine Weltmeisterschaft qualifiziert. Doch unlängst erwuchs so etwas wie Hoffnung, in der Qualifikationsrunde zur WM-Qualifikation siegte die Mannschaft von Trainer Cho-Ieng Iong mit 1:0 gegen Sri Lanka. Die erste Qualifikation zu einer WM-Qualifikation seit 2002 schien in greifbarer Nähe. Und dann das: Absage des Rückspiels durch den Verband. Der Grund: Terrorgefahr.

Unklar, so wie die Anzeigetafel

Die ist nicht ganz von der Hand zu weisen, die Spannungen zwischen den religiösen und politischen Lagern Sri Lankas fordern immer wieder Todesopfer, zuletzt kamen am Ostersonntag und nach mehreren Anschlägen muslimischer Attentäter mehr als 250 Menschen ums Leben.

Die Nationalspieler Macaus fühlten sich offenbar trotzdem um ihr Recht gebracht. 



Warum das Halli-Galli-Spiel mit 21:18 endete und die Heimmannschaft als Sieger vom Platz ging? Unklar. Ebenso wie die Uhrzeit, die auf der Anzeigetafel der Anlage abzulesen ist: 00:99 Uhr. Aber seht selbst:



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