2000 Platzverweise in der Bundesliga

Auf Wiedersehen!

Frankfurts Haris Seferovic flog am Samstag als 2000. Spieler der Bundesligageschichte vom Platz. Ein Grund, wieder mal richtig zu feiern.

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In der Bundesliga wird bekanntlich jede Woche irgendwas gefeiert: der 10.000. Fehlpass, der 1000. Fallrückzieher, das 100. Joker-Eigentor, das zehnte Stadionbier oder (seltener) auch mal das erste überstandene Trainerjahr beim HSV.
 
Am vergangenen Wochenende konnte wieder etwas notiert (oder gefeiert) werden, nämlich der 2000. Platzverweis der Bundesligageschichte. Übeltäter (oder Gewinner) war Eintracht Haris Seferovic, der mit einer Entscheidung des Linienrichters nicht einverstanden war und deswegen eine imaginäre Brille vor seinen Augen formte. Da Schiedsrichter Christian Dingert der Meinung war, dass er und seine Assistenten auch ohne Sehhilfe das Spiel leiten können, entschied er, Seferovic vom Feld zu schicken. »Das dämliche Brillen-Rot«, schrieb die »Bild«.
 
Womit sich Seferovic in eine Reihe von circa 846 weiteren sehr dämlichen Rots einreiht.

Da war zum Beispiel mal Felix Wiedwald vom MSV Duisburg, der am 31. Oktober 2012 im Spiel zwischen Duisburg und Karlsruhe vom Platz gestellt wurde, weil er den Ball auf den Schiedsrichter schleuderte – so interpretierte es jedenfalls der Unparteiische. Tatsächlich wollte der MSV-Keeper den Ball nur zum Mittelkreis werfen.
 
Auch nicht gerade clever stellte sich Marcel Titsch-Rivero am letzten Spieltag der Saison 2010/11 an. Der Frankfurter war im Spiel gegen Borussia Dortmund gerade mal 43 Sekunden auf dem Platz, als er seinen Gegenspieler vom Rasen grätschte. Die Folgen: Rot und Elfmeter. Frankfurt verlor das Spiel 1:3 und stieg ab.

»Fuck me, that was loud!«

Im internationalen Vergleich taucht Titsch-Rivero mit diesem Blitz-Rot nicht mal in der Top-10 auf. Hier gibt es allerhand Spieler, die weniger Zeit auf dem Platz verbrachten, als Usain Bolt für einen Sprint über 100 Meter braucht. Zum Beispiel der walisische Amateurfußballer Lee Todd, der einst schon nach zwei Sekunden vom Platz gestellt wurde, weil er nach dem Anpfiff in Richtung Schiedsrichter schrie: »Fuck me, that was loud!«.

Über- bzw. unterboten wurde  er von an 20. Januar 2007 von Sheffield Uniteds Keith Gillespie. Noch bevor das Spiel nach seiner Einwechslung wieder angepfiffen wurde, rammte er seinem Gegenspieler den Ellbogen ins Gesicht. Der Schiedsrichter griff auch hier zur Roten Karte, die Menge johlte auch hier: »This is the end, my friend!«