17 Stunden nach Bendtners Ankunft: Alle Kopenhagen-Trikots ausverkauft

Der Lord-Bendtner-Effekt

Der Lord kehrt an seine alte Wirkungsstätte zurück - und ganz Kopenhagen steht Kopf. Nur 17 Stunden nach der Ankunft von Nicklas Bendtner gibt es in der Stadt kein einziges FCK-Heimtrikot mehr zu kaufen. 

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Am letzten Tag, kurz vor Schluss des Transferperiode um 23:45 Uhr, veröffentlichte der FC Kopenhagen auf seiner Seite eine recht wortkarge Meldung. Doch die wenigen Zeilen hatten es in sich: Der FC Kopenhagen verpflichtet Nicklas Bendtner vom norwegischen Meister Rosenborg BK und stattet ihn mit einem Arbeitspapier bis Ende 2019 aus.

Keine zwölf Stunden später stand der »Lord« bereits das erste Mal mit seinen neuen Kollegen auf dem Trainingsplatz, eine Pressekonferenz folgte. Abgesehen davon - keine weiteren Kommentare.

Dieser Zurückhaltung folgten die Fans des aktuellen dänischen Meisters allerdings überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil. Denn auch wenn der Vertrag erst einmal nur über vier Monate läuft: die Dänen sind vollkommen aus dem Häuschen aufgrund der »Rückkehr des Lords«. Schließlich hatte Bendtner in den frühen Zweitausendern in der zweiten Mannschaft Kopenhagens gespielt, bevor er dann im Alter von 17 Jahren zum FC Arsenal wechselte und seine abwechslungsreiche Karriere so richtig Fahrt aufnahm.

Nach 17 Stunden gab es keine Trikots mehr

Innerhalb von 17 Stunden waren die Trikots ausverkauft. Und zwar alle. Das Heimtrikot ist in keiner Erwachsenengröße mehr zu kriegen. Selbst beim Auswärts- und Ausweichtrikot ist man von diesem Ergebnis nicht mehr sonderlich weit entfernt. Zwischenzeitlich war der Run auf das Jersey so groß, dass die Internetpräsenz des Europa-League-Teilnehmers zusammenbrach. Im Shop schieben sie nun Überstunden und versprechen, dass das Trikot in sieben bis 14 Tagen wieder in allen Größen verfügbar sein wird. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann natürlich vorbestellen.

Bendtner wird in Kopenhagen übrigens das Trikot mit der Nummer 32 tragen. Und das ist in Kopenhagen nicht irgendeine Nummer, nein, es ist die Nummer von Peter Møller. Und der ist quasi eine lebende Vereinslegende. Auch 14 Jahre nachdem er seine aktive Karriere beendet hat, verbinden viele Kopenhagener Fans die 32 fest mit dem Namen des Stürmers. Møller spielte von 1993 bis 1995 und dann noch einmal von 2001 bis 2005 für Kopenhagen und holte 2005 die Torjägerkanone. 2003 und 2005 wurde er mit Kopenhagen dänischer Meister. Außerdem schaffte er das Kunststück, auch bei Ligakonkurrent Brøndby I.F zu spielen (und mit denen ebenfalls zweimal Meister zu werden - 1993 und 1995) und dennoch nur wenige Punkte auf der Kopenhagener Beliebtheitsskala einzubüßen. 

»Wenn es jemanden gibt, der dieses Trikot tragen kann, dann ist es Nicklas Bendtner«, lässt FCK-Sportdirektor Daniel Rommedahl über die Vereinshomepage verkünden. »Für uns gab es nichts offensichtlicheres, als Nicklas diese Nummer zu geben.« Dem Lord gefällt das. Klar, schließlich hat er sich die Rückennummer nach einem Gespräch über die Geschichte der 32 bei Kopenhagen selbst ausgesucht. Seien wir ehrlich, wir haben nichts anderes erwartet.

»Well, good luck with that!«

Für den 31-Jährigen ist die Rückkehr an alte Wirkungsstätte (mal wieder) eine neue Chance. Nach seinen neun Jahren bei Arsenal hat sich der Stürmer eher als Wandervogel präsentiert, blieb nie länger als zwei Jahre bei einem Verein und fiel oft genug durch Aktionen und Skandale neben dem Platz statt durch Tore auf. Wie gut Bendtner bei Kopenhagen funktionieren wird, werden die nächsten Wochen zeigen. Sein Auftritt beim ersten Training mit dem FCK zeigt in jedem Fall, dass an der Treffsicherheit noch gearbeitet werden kann. Doch dass sich ein Lord von sowas nicht die Laune verderben lässt, sollte jedem klar sein. Letzter Beweis ist ein Video, welches seine Freundin Philine Roepstorff vier Tage vor Verkündigung des Wechsels auf ihrer Instagram-Seite veröffentlichte und in dem es herzlich wenig um Fußball geht. Vielmehr zeigt es Roepstorff, wie sie mit nacktem Oberkörper in Superman-Pose auf einem Rollkoffer durch das gemeinsame Schlafzimmer rollt. Da überrascht es dann nicht, dass ein dänischer Fan auf Twitter kommentierte: »Nicklas Bendtner to FCK. Well, good luck with that!«