11FREUNDE-Tagesform

Draußen vor der Tür

Einst zog Lothar Matthäus aus, um ein guter Trainer zu werden, tingelte über den Kontinent und würde nur zu gern hierzulande sein Wissen vermitteln. Nun lasst ihn doch endlich rein ... Energie und Ailton haben derweil andere Sorgen. Imago Cottbus, Brandenburg

„Lasst mich durch, ich bin Chirurg, ich muss nach Brandenburg“, trällert uns Kabarett-Barde Rainald Grebe. Jürgen Kohler kann dementsprechend wohl kein Blut sehen. Was sich ihm am Unfallort in der Lausitz jedoch bereits als grässliche Blutlache samt offener Brüche präsentiert hätte. Denn, um bei Grebe zu bleiben: „In Brandenburg, in Brandenbug, ist wieder jemand gegen einen Baum gegurkt.“ Diesmal der fußballerische Stolz der Region – Energie Cottbus. Bruch des sportlich limitiert intellektuellen Präsidiums mit Trainer Sander, Leistungsbrüche in der Mannschaft. Der junge Diplom-Praktiker Kohler, einst in Duisburg gescheitert, lässt den äußerst labilen Patienten also im Stich.

Nun traut sich Professor Dr. med. Bojan Prasnikar aus Slowenien an das Opfer heran. Manager Steffen Heidrich hat von Anfang an gepredigt, „dass wir bei der Trainersuche über den Tellerrand hinausschauen.“ Mit allem Respekt. Bei der Ausbootung Sanders reichte der Rand der Energie-Oberen mit Hühneraugen zugedrückt gerade einmal auf Untertassen-Höhe. Hoffentlich kann Prasnikar feinfühlig mit dem Skalpell umgehen. Ansonsten kommt ein im weitesten Sinnen Altbekannter nach Cottbus. Der Geier. Nicht Eduard Geyer. Der Vogel Geier. Manche mögen ihn sowieso schon kreisen sehen.

[ad]

Augsburg, Bayern

Morgen zur seligen Mittagsstund’ wird im bayerischen Augsburg der Nachfolger des ausgebrannt zurückgetretenen Rainer Hörgl präsentiert. Wer dieser neue Amts- und Würdenträger sein darf, lässt uns wieder einmal fröhlich in altbekannten Töpfen rühren. Oder diesmal doch in einem neuen?

Hier unsere Top-Five:

Peter Neururer: Ist sowieso immer im Topf. Wäre langweilig, wenn er fehlt.

Petrik Sander: Sofern man ihn in Dubai ans Handy bekommt.

Jose Mourinho: Kleiner Scherz in der Mitte

Klaus Augenthaler: Warum eigentlich nicht?

Lothar Matthäus: Bei Nürnberg einst verschmäht, in der Welt zuletzt allein, in Bayern zu Hause. Traut sich Andreas Rettig?


Duisburg, Wedau / Lagos, Nigeria


Fast hatte es den Anschein, er sei höchstpersönlich auf diesem starren Kunststoffzebra vom Exil aus bis an die Wedau geritten. Nun thronte Ailton auf selbigem. Um ihn herum erschossen ihn die Blitzlichter der in Scharen versammelten Fotografenhorde. Jene sonderbar anmutende Ross- und Reiterschau ist mittlerweile um Wochen vergangen.

Wochen, in denen es ruhig um den damals für Duisburger Verhältnisse pompös vorgestellten Torjäger Aílton Gonçalves da Silva geworden ist. Ein unbekannter Nigerianer lief ihm den schier sicher geglaubten Rang ab. Er lief ihn ihm nicht einfach ab, nein, er sprang drüber. Salto für Salto sackte Ailton mehr auf der knochenharten Ersatzbank zusammen. Nun ist sogar Nigerias Nationaltrainer Hans-Hubert Vogts aufmerksam geworden und berief Ishiaku für das anstehende Länderspiel gegen Mexiko. Vogts misst übrigens Gardemaß – als leicht zu überwindendes Hindernis für die Salti des Manasseh Ishiaku.