11FREUNDE Meisterfeier 2016

Bester Manager | Christian Heidel

1. Christian Heidel - 52 Punkte

2. Max Eberl - 48 Punkte

3. Michael Reschke - 25 Punkte

Liverpools Trainer Jürgen Klopp kennt ihn seit Jahren. Und daher weiß er auch, warum der Mann so verdammt gut ist. Was viel mit Fleiß, Lauffaulheit und Bauernschläue zu tun hat.

Erstaunlich finde ich nicht, dass Christian Heidel gewählt wurde, sondern dass das nicht schon früher passiert ist. Als er neulich in Mainz verabschiedet wurde, gratulierte ihm etwa Michael Reschke von Bayern München zur besten Managerleistung im Fußball der letzten zehn Jahre. Und das wollte er nicht nur auf Deutschland beschränkt wissen. Diesem Urteil möchte ich mich gerne anschließen, es zeitlich allerdings noch ein paar Jahre ausweiten. Denn es ist einzigartig im deutschen Fußball, dass ein Klub ohne große Sponsoren und Mäzene, quasi aus sich selbst heraus, so groß geworden ist wie Mainz 05. Das ist nicht allein das Werk von Christian, aber ohne ihn wäre es nicht passiert. Womit wir schon bei seiner wichtigsten Qualität sind: Er war schon immer extrem fleißig. Dazu kommt, dass Christian extrem gut verhandeln kann, eine Menge von Zahlen versteht und Verträge schreiben kann. Er ist zudem mutig genug, starke Leute um sich zu scharen. Ein Manager muss aber auch Entscheidungen treffen, und auch der Mut dazu zeichnet ihn aus. Das hat er als selbständiger Unternehmer gelernt. Wir haben also diesen hochintelligenten, selbständig denkenden und dazu noch bauernschlauen Typen. Nun werden sich einige Leute fragen, woher versteht der auch noch richtig was vom Fußball? Nun, Christian war ein guter Kicker, der allerdings nicht laufen wollte. Einer, der sich bei Waldläufen das T-Shirt nass gemacht und darauf gewartet hat, dass die Mannschaft wieder vorbeikommt. Kurzum: ein fauler Hund, aber ein geiler Kicker. Und er gehört zu den Glücklichen, die sich nicht nur auf ihr Talent für Fußball ver- lassen, sondern im Laufe der Jahre ihr Auge dafür trainiert haben. Wir haben ganze Sommer lang in seinem Büro ver- bracht und erst Videos von Spielern geschaut. Für mich war das eine prägende Zeit und für ihn sicherlich auch. Mittlerweile wird er 20 000 Spieler gesehen haben, so dass er schnell ein sicheres Urteil fällt. Ein gutes Beispiel war die Verpflichtung des Japaners Yoshinori Muto. Als er den das erste Mal auf Video gesehen hat, ist Christian quasi noch mit dem Laptop in der Hand nach Japan losgeflogen, hat unterwegs das Material weiter angeschaut, und als er beim Spieler auf dem Sofa saß, war das Video gerade zu Ende. Christian ist ein Fußballverrückter und als Gesamtpaket ein wirkliches Brett. Ich kann, auch wenn es mir schwerfällt, Schalke zu seiner Verpflichtung gar nicht genug gratulieren. Und ich bin sehr stolz darauf, dass wir schon so lange Freunde sind.