11FREUNDE Meisterfeier 2016

Typ der Saison | Claudio Pizarro

1. Claudio Pizarro - 55 Punkte

2. Robert Huth - 41 Punkte

3. Aytac Sulu - 34 Punkte

Der Peruaner war Klaus Allofs’ erster Transfer als Manager und nicht sein schlechtester. Er holte nämlich einen Spieler zu Werder Bremen, der bis heute Liebe mit Leistung bezahlt.

Wenn man als Manager anfängt, sollte der erste Transfer nicht gleich nach hinten losgehen. Insofern habe ich mit Claudio Pizarro natürlich Glück gehabt. 17Jahre später kann man sagen: Claudio ist für die gesamte Bundesliga einGlücksfall. Wir flogen damals für die Vertragsgespräche nach Peru. Claudio kam in einem weißen Sportwagen vorgefahren, nach den Verhandlungen fuhr er uns wieder zum Flughafen, wo er schließlich den Vertrag unterschrieb. Als er dann in Deutsch- land war und ein Auto vom Verein bekommen sollte, stellte sich heraus, dass er noch gar keinen Führerschein hatte. Man sollte aber nicht den Fehler machen und Claudio wegen solcher Geschichten für einen

Hallodri halten. Claudio ist ein feiner Kerl aus einem intakten Umfeld, der mit den richtigen Werten aufgewachsen ist:

Demut, Bescheidenheit, Loyalität. Mit seinem fröhlichen Wesen ist er für jedes Team eine Bereicherung. Er ist stets darauf bedacht, das Zusammenleben in der Gruppe möglichst angenehm zu gestalten. Und da reden wir jetzt nur über seine menschlichen Quali- täten, nicht von den überragenden sportlichen. Aber bei Claudio geht das auch miteinander einher. Er weiß, dass er die Mannschaft braucht. Genauso braucht er die Liebe der Fans, die Familiarität des Umfelds. Nicht umsonst ist er so oft nach Bremen zurückgekehrt. Diese Liebe zahlt er mit Leistung zurück.

Mit dieser unglaublichen Lockerheit auf dem Platz, mit der er die schwierigsten Dinge leicht aussehen lässt. Seine positive Grundhaltung hat er sich stets bewahrt, auch in sportlich schwierigen Situationen.

Jemanden wie Claudio in kritischen Situationen im Team zu haben, kann Wunder bewirken. Weil er einem durch seine Unbekümmertheit immer wieder signalisiert: Ich löse das. Wir schaffen das. Ohne ihn wäre Bremen dieses

Jahr wohl abgestiegen. Aber er hat immer gezeigt, dass er an den Klassen- erhalt glaubt. Und irgendwann haben die unerfahreneren Spieler auch dran geglaubt. Außerdem ist er mit Taten vorangegangen. Mittlerweile hat er 190 Tore geschossen, letztes Jahr hat er mich in der ewigen Torjägerliste der Bundesliga überholt. Jetzt könnte ich natürlich sagen, dass es schöner gewesen wäre, wenn ihm das nicht gelungen wäre. Aber das stimmt nicht. Denn ich freue mich, Claudio, diesen echten Typen, nach wie vor in der Bundesliga zu sehen.