11FREUNDE Leser Murat unterwegs im Mannschaftsflieger von Schalke 04

Einmal Istanbul und zurück

Was macht man als Schalke- und Galatasaray-Fan, wenn beide Teams im Europapokal aufeinandertreffen? Richtig, man schaut sich das Spektakel live an. Zusammen mit Clemens Tönnies, versteht sich.

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Seit meiner Kindheit gehe ich zu Schalke ins Stadion, bin aber aufgrund meiner türkischen Wurzeln auch Fan von Galatasaray Istanbul. Alleine deshalb sind Duelle zwischen beiden Vereinen für mich immer etwas ganz besonderes, aber das Spiel am Mittwoch werde ich wohl erst recht nicht so schnell vergessen.


Als mir der Champions-League-Sender DAZN und 11FREUNDE angeboten haben, gemeinsam mit der Mannschaft von Schalke zum Auswärtsspiel nach Istanbul zu fliegen, habe ich natürlich sofort zugesagt. Die letzten Tage vor dem Abflug war ich dementsprechend aufgeregt, und am Dienstag ging es dann endlich los. Gemeinsam mit den Spielern und Verantwortlichen von Schalke sind wir von Düsseldorf aus in die Türkei geflogen, wo das Team direkt am Flughafen mit dem Mannschaftsbus abgeholt wurde. Das ist natürlich verständlich, aber auch etwas schade, weil man so leider gar keine Möglichkeit hatte, kurz mit den Spielern zu sprechen.

Immerhin eines habe ich auf dem Flug gelernt: Breel Embolo wirkt aus der Nähe um einiges zierlicher, als ich das sonst so wahrgenommen habe!

Ein richtiger Assauer

Das nächste Aha-Erlebnis hatte ich beim Abendessen mit den Sponsoren. Clemens Tönnies kam vorbei und ließ es sich nicht nehmen, eine kurze Rede zu halten. Und was für eine! Das macht schon Eindruck, wie er da total souverän und trotzdem lässig spricht. Da steckt mehr Rudi Assauer drin, als ich gedacht hätte. Als er zum Abschluss einschwor: »Wenn die Krise kommt, stehen wir noch enger zusammen!«, war die Wagenburgmentalität perfekt.

Den nächsten Tag habe ich dann dazu genutzt, durch Istanbul zu laufen und das ganz besondere Ambiente dieser riesigen Stadt zu genießen, bevor es nochmal ein gemeinsames Essen mit Sponsoren gab. Im Anschluss daran sind wir zum Stadion gefahren, und trotz des eher langweiligen Spiels war das einfach nur ein grandioser Abend! Die Atmosphäre vor und während des Spiels hat mich total überwältigt - zwischenzeitlich musste ich mir die Ohren zu halten, so laut war es im Stadion. Da wir auf Höhe der Mittellinie auf der Haupttribüne saßen, konnte man von unseren Plätzen das Geschehen auf dem Rasen und in beiden Kurven perfekt verfolgen, und ich muss wirklich sagen, dass ich so eine Stimmung ich vorher noch nie erlebt habe.

Unvergesslich!

Dazu kommt, dass das mein erster Besuch eines Heimspiels von Galatasaray war, und dann gleich im Europapokal im Spiel gegen meinen deutschen Lieblingsverein, einfach unbeschreiblich! Während der neunzig Minuten war ich, wie immer wenn meine beiden Teams gegeneinander spielen, zwischen den Stühlen und wusste nicht so wirklich, wem ich die Daumen drücken soll. Mit dem Unentschieden konnte ich deshalb sehr gut leben.

Nach Abpfiff sind wir zurück ins Hotel gefahren und haben den Abend ausklingen lassen. Details erspare ich mir an dieser Stelle lieber. Am nächsten Morgen ging es dann auch leider schon wieder zurück nach Deutschland, natürlich wieder im Teamflieger. Auch da war es zwar nicht wirklich möglich, in Kontakt mit den Spielern zu treten, aber ich habe sowieso genug damit zu tun gehabt, die Eindrücke dieser Reise zu verarbeiten, die eines war: Unvergesslich!