11FREUNDE exklusiv: Die geheimen Tagebücher des HSV-Dinos Hermann

»Der Superlativ von Scheiße«

Nach dem sportlichen Niedergang des HSV bangt auch Dino Hermann um seine Existenz. Die geheimen Tagebücher des Dickhäuters offenbaren nun die Schattenseiten seines Maskottchen-Daseins.

Fotomontage: 11FREUNDE

Sollte der HSV tatsächlich absteigen, ist wohl auch Dino Hermann seinen Job los. Vor dem Schritt in die Arbeitslosigkeit will er nun auf dem Literaturmarkt noch einmal sein Leiden in Geld ummünzen. 11FREUNDE liegen exklusiv die geheimen Tagebücher von Dino Hermann vor, in denen der flauschige Dauergrinser schonungslos offen über seinen erschreckenden Arbeitsalltag berichtet. Hier präsentieren wir Auszüge seiner Lebensbeichte.

1. Oktober 2003
Liebes Tagebuch, heute ist mein erster Arbeitstag beim HSV. Wow, ich arbeite für den schlafenden Riesen der Liga. Bin wichtig. Bin stolz. Trainer Klaus Toppmöller setzt auf mich und auch der Kader ist supernett. Hier entsteht was, kann es kaum glauben. Bald bin ich in der Champions League. Ich, Hermann. Der erste Dino im Europapokal, 350 Millionen Jahre Warten haben sich gelohnt. XOXO. Hermann

18. Oktober 2004
Lieber Tagebuch, sorry, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe, aber hier war nicht viel los im letzten Jahr. Der HSV so grau wie die Haare von Töppi. Der ist jetzt auch weg und seit heute ist Thomas Doll mein Chef. Darf ihn Dolly nennen. Und zur Begrüßung durften wir uns alle rücklings in die Arme der Mannschaft fallen lassen. Soll gut fürs Selbstbewusstsein sein. Khalid hat mich im Anschluss ganz feste geknufft. Was für ein Kerl. Ich glaube, er wird der neue Uwe Seeler. Eine ehrliche Haut, treue Frau, ein Baum von einem Mann. Es riecht nach Aufbruch. Oder ist das Bratwurst? Egal. XOXO, Hermann

4. Februar 2007
Liebes Tagebuch, nur ganz kurz, weil ich hiermit meinen Job riskiere. Sitze im Umkleideraum der Damenmannschaft und verstecke mich vor Huub Stevens. Dieser knorrige alte Mann ist unser neuer Trainer und soll uns vor dem Abstieg retten. Sein Heilmittel scheint sehr schlechte Laune zu sein. Das macht mich fertig. Gestern wollte ich ihn einfach mal in der Arm nehmen, aber er hat mir nur ins Ohr geraunt, dass ich mir mein Lächeln in den Allerwertesten schieben kann. Und überhaupt, seit er da ist, bin ich nicht mehr so nah an der Mannschaft, sondern muss mich vor allem um die jungen HSV-Fans kümmern. Das macht nicht so dolle Spaß. Apropos: Ich vermisse Dolly. XOXO, Hermann

27. März 2009
Liebes Tagebuch, das habe ich mir irgendwie ganz anders vorgestellt. Während die Mannschaft trainiert, stehe ich im Alstertal Einkaufszentrum und spiele Dosenwerfen mit Schnöselkindern aus Poppenbüttel. Vorhin habe ich einem kleinen Kerl ein Trikot von unserem neuen Superstar Thiago Neves geschenkt. Und der meinte nur: »Geil, kann ich bei Ebay verticken« und hat wieder auf sein Blackberry gestarrt. Wünsche mich manchmal an die Kreide-Tertiär-Grenze zurück. In Ruhe in der Gegend rumstehen und Blätter kauen, ab und zu mal ein Mammut umwerfen. Das waren noch Zeiten. Nachdenklich, Hermann

29. Juni 2009
Liebes Tagebuch, heute habe ich den ganzen Tag geweint, denn Didi ist weg. Hat sich mit Bernd gestritten und schwupps, rausgeworfen. Zeigt mir mal wieder wie schnell alles gehen kann. Hier riecht gerade nichts mehr nach Aufbruch. Auch nicht nach Bratwurst. Für mich riecht mittlerweile alles nach Kinderkotze. Sage ich vielleicht aber auch nur, weil mir gerade ein neunjähriger Bengel seine Geburtstagstorte auf den Schuh gebrochen hat. Ich lächele trotzdem, kann ja nicht anders. Traurig, Hermann.

25. Juni 2010
Liebes Tagebuch, heute ist mein großer Tag, denn der Verein setzt alle Hoffnung in mich. Man hat mich nach Peru geschickt, um Paolo Guerrero zu helfen. Der arme Kerl hat Flugangst, hat man mir gesagt. Doch als ich dann angekommen bin, sah er gar nicht so ängstlich aus, wie er da am Pool an seinem Pina Colada nippte. Hat eigentlich auch sehr viel gelacht und immer wieder von »estos idiotas« gesprochen. Leider spreche ich kein Französisch. Überrascht, Hermann.

23. Mai 2011
Liebes Tagebuch, hörst Du das? Dieses Knacken? Das sind die Knochen des HSV. Der schlafende Riese erhebt sich, denn heute bricht ein neues Zeitalter an. Frank Arnesen ist unser neuer Sportdirektor. Ich darf ihn Franky nennen und bei der Vorstellung hat er mich total nett in die Seite geknufft. Hab auch sein Telefonbuch gesehen, dass ist so dick wie fünf Tafeln Schokolade. Übereinander gestapelt. Ich bin ganz aufgeregt, wen er jetzt vom FC Chelsea mit zu uns bringt. Vielleicht Didier Drogba? Zuversichtlich, Hermann

15. Juni 2011
Liebes Tagebuch, habe gerade mal Jacopo Sala gegoogelt. Jetzt habe ich schlechte Laune. Muss jetzt aber los, Sackhüpfen in einer KiTa in Eppendorf. Ächz, Hermann