11FREUNDE analysiert den Abstiegskampf (1)

Darmstadt 98

Darmstadt / Platz 13 / 28 Punkte / 28:41 Tore

Der Saisonverlauf
Ist noch immer ein Wunder, wenn man bedenkt, dass Darmstadt vor zwei Jahren noch in der dritten Liga spielte, die schlechtesten Bedingungen und die geringsten finanzielle Mittel zur Verfügung hat. Nicht einmal stand die Mannschaft von Dirk Schuster auf einem Abstiegsrang.

(Quelle: fussballdaten.de)

Die aktuelle Situation
Darmstadt in der Bundesliga, das ist vor allem Unterhaltung. Nicht nur, dass sich der Aufsteiger konsequent dagegen wehrt, eine ernsthafte Rolle im Abstiegskampf zu spielen, nun stellen die Hessen auch noch den aktuell aufregendsten Stürmer der Liga. Elfmal hat Sandro Wagner bislang erzielt, sieben Tore davon allein in der Rückrunde. Plötzlich hat Darmstadt nicht nur einen echten Goalgetter, sondern auch noch einen international gefragten Nationalspieler in spe. »Ist mir grade egal«, wischte Wagner erste Nachfragen nach einem möglicherweise neuen Arbeitgeber zur neuen Saison vom Tisch und sagte dann: »Das ist jetzt kein größeres Wunder für mich.« Damit meinte er nicht Darmstadts Situation, sondern seine Trefferquote. Solch einen selbstbewussten Top-Torjäger würde sich Darmstadts Konkurrenz auch wünschen.

Darum steigt Darmstadt ab
Als »Eichhörnchen« hat Trainer Dirk Schuster seine Mannschaft bezeichnet, weil die zum Spezialisten für die kleinen Punkte aufgestiegen ist. Zehnmal hat Darmstadt in dieser Saison bereits Unentschieden gespielt, mehr als jede andere Mannschaft. Was auch daran liegt, dass es dem Aufsteiger trotz allem Einsatz an der nötigen Cleverness fehlt. Sowohl gegen Gladbach und Bremen, als auch gegen Augsburg und am Wochenende gegen Wolfsburg fing sich der Aufsteiger den Ausgleich kurz vor dem Schlusspfiff ein. Mittelfeldmann Jan Rosenthal meinte dazu: »Wenn wir schon ab der 60. Minute anfangen, die Bälle nur noch wegzukloppen, brauchen wir uns auch nicht zu wundern.« So spricht eigentlich ein Absteiger.

Darum steigt Darmstadt nicht ab
2:2 und 2:1 gegen Hannover. 0:0 und 2:0 gegen Hoffenheim. 2:1 und 2:2 gegen Werder Bremen. 1:0 gegen Eintracht Frankfurt – die wichtigen Spiele gegen die Keller-Konkurrenz haben die Lilien bislang mit Bravour bestanden. Und werden deshalb auch den Klassenerhalt schaffen.

Das Restprogramm
Stuttgart (H), HSV (A), Ingolstadt (H), Köln (A), Frankfurt (H), Hertha (A), Mönchengladbach (H)

Die 11FREUNDE-Prognose
Keine Kohle, kein großes Stadion, eigentlich keine Chancen – all den Stolpersteinen zum Trotz hat Darmstadt bislang eine großartige Saison gespielt und kann zudem die angesprochene Stärke in den Duellen gegen die direkte Konkurrenz ausspielen: fünf der kommenden sieben Gegner sind aktuell im Abstiegskampf verwickelt. »Wir haben es selbst in der Hand«, sagt Dirk Schuster. Er wird sich am Ende über den Klassenerhalt freuen dürfen.