11FREUNDE analysiert den Abstiegskampf (1)

FC Ingolstadt

FC Ingolstadt / Platz 10 / 33 Punkte / 23:31 Tore

Der Saisonverlauf
Man mag ja vom Gesamtkonstrukt FC Ingolstadt halten, was man will, aber die Mannschaft von Ralph Hasenhüttl hat sich Respekt verdient. Die schlechteste Platzierung des Aufsteigers in dieser Saison stammt vom 21. Spieltag – damals blieb Ingolstadt für eine Woche auf Rang zwölf hängen. Torwart Ramazan Öczan hat vollkommen Recht, wenn er sagt: »Wir sind kein Aufsteiger wie in den Jahren zuvor. Die ein, zwei Mal auf die Mütze kriegen und ganz leise wieder absteigen.« Im Gegenteil: so souverän hat schon lange kein Aufsteiger mehr die Abstiegsränge umschifft, wie der FCI.

(Quelle: fussballdaten.de)

Die aktuelle Situation
1:1 in Hamburg, 1:1 zu Hause gegen den 1. FC Köln, 1:1 bei Eintracht Frankfurt, 3:3 gegen den VfB Stuttgart und am Wochenende die unglückliche 1:2-Niederlage gegen Hertha BSC – den ganz großen Befreiungsschlag hat Ingolstadt in den vergangenen Wochen verpasst, einer der Gründe, warum der Aufsteiger sich nun doch noch mit dem Abstiegskampf befassen muss. Wobei die Bayern da hoffentlich einen kühleren Kopf bewahren, als ihr Co-Trainer Michael Henke nach der Niederlage gegen Hertha. Der hatte das nicht geahndete Foul von Herthas Per Skjelbred gegen Ingolstadts Dario Lezcano vor dem 0:1 durch Genki Haraguchi auf seine ganz eigene Art analysiert: »Hier wirst du beschissen, nur weil die Hauptstadt Champions League spielen muss.« Die große Bundesliga-Verschwörung zu Gunsten der Hauptstadt? War auch uns als Berlinern neu.

Darum steigt Ingolstadt ab
Wenn überhaupt, dann nur, weil dem Aufsteiger auf der Zielgraden die Puste ausgeht. Die angesprochene Unentschieden-Serie spricht dafür, ist aber auch gleichzeitig einer der Gründe, warum der FCI in dieser Spielzeit in der Liga bleiben wird.

Darum steigt Ingolstadt nicht ab
Eine kleine Zahlenspielerei zu diesem Thema: hätte Ingolstadt drei der vier Unentschieden gewonnen, stünde der Klub jetzt mit 39 Punkten auf Rang acht und damit noch vor Champions-League-Viertelfinalist VfL Wolfsburg. Hätte, wenn und aber sichern Ingolstadt natürlich nicht den Klassenerhalt, dafür aber der bisherigen Saisonverlauf und das zumindest nach außen sehr harmonische Verhältnis zwischen Trainer Ralph Hasenhüttl und seiner Mannschaft. Über deren Leistung, nach 27 Spieltagen bereits 33 Punkte eingesammelt zu haben, sagt der Übungsleiter: »Das ist sensationell.« Stimmt.

Das Restprogramm
Schalke (H), Mönchengladbach (H), Darmstadt (A), Hannover (H), Hoffenheim (A), Bayern München (H), Leverkusen (A)

Die 11FREUNDE-Prognose
Rang 10 wird es für die Ingolstädter am Ende nicht werden, dafür ist das Restprogramm (Schalke, Gladbach, Bayern, Leverkusen) zu intensiv. Allerdings bietet sich den Ingolstädtern in den Duellen gegen Darmstadt, Hannover und Hoffenheim die Chance, die eigene Stärke der bisherigen Saison zu unterstreichen und noch vor dem letzten Spieltag den Klassenerhalt zu feiern. Was gelingen wird.