11 interessante Beobachtungen zum UEFA-Cup

Käpt'n Ahab geht von Bord

»Was ist es nur? Welcher Dämon treibt und drängt mich wider aller Sehnsucht und Liebe unaufhaltsam und ohne Unterlass weiter, und zwingt mich zu Taten, die mein eigentliches innerstes Wesen verabscheuen würde?« Der UEFA-Cup! 11 interessante Beobachtungen zum UEFA-CupImago 1.
Die Kulisse von nur 64.000 Zuschauern in der Münchner Arena war für ein UEFA-Cup-Halbfinale doch recht enttäuschend. Selbst die Jungs, die sonst in weißen Regenjacken im Unterrang sitzen und das T-Symbol eines bekannten Konzerns bilden, hatten etwas Besseres zu tun. Vielleicht waren Sie im Kino.

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2.
SAT.1-Kommentator Erich Laaser nörgelte schon zu Beginn: »Die Petersburger sind nur deshalb ins Halbfinale gekommen, weil sie auswärts immer mindestens ein Tor geschossen und zu Hause zu Null gespielt haben.« Nach längerem Nachdenken kamen wir zu der Erkenntnis: Sooo wenig ist das dann doch nicht.

3.
Als der Transfer von Owen Hargreaves, der vor dieser Saison für 25 Millionen vom FC Bayern zu Manchester United wechselte, zur Sprache kam, dachten wir darüber nach, wer denn wohl der teuerste deutsche Spieler aller Zeiten gewesen sein mag. Das Gelächter über die nach längerem Grübeln schließlich gefundene Antwort schüttelte uns für mehrere Minuten aus dem Spiel: Es war Jörg Heinrich.

4.
Bei einer Chance für Zenit, die recht kläglich vergeben wurde, fiel uns der wohl stärkste Satz wieder ein, den ZDF-Legende Aris Donzelli jemals von sich gegeben hat: »Da schießt die Russin mit ihrem schwachen rechten Fuß. Sie ist eigentlich Linkshänderin!«

5.
In der Halbzeit enthüllte ein Kollege, warum im »Citibank«-Werbespot nur Werder-Manager Klaus Allofs reden darf und Torsten Frings schweigen muss: Er habe sich durch sein Engagement für »Smint« eine Karriere als Charakterdarsteller für immer verbaut.

6.
Für die mitunter recht inhaltsleeren Analysen Erich Laasers kann es nur eine Erklärung geben: Moderator Kai Pflaume war zu ihm in die Sprecherkabine geschlüpft und hatte ihm souffliert.

7.
Im Rausch literarischer Analogien konnten wir uns nicht entscheiden, an wen uns Oliver Kahn mehr erinnerte: an Käpt‘n Ahab oder an den weißen Wal.

8.
Die Zenit-Spieler zeigten ihre Freude nach dem 1:1 so wie einst Ivan Lendl nach einem gewonnenen Grand-Slam-Turnier: gar nicht.

9.
Eines war spätestens nach Laasers entsetzlichem Satz »Das sind die Geschichten, die der Fußball schreibt!« vollkommen klar: Wenn sich ihm nun noch die Gelegenheit bietet, »Der Pokal hat seine eigenen Gesetze« zu sagen, schlägt er blitzschnell zu.

10.
Eines muss man dem für Oliver Kahn ins Spiel gekommenen Michael Rensing lassen: Nach folgenlosen Patzern kann er die Backen schon aufpusten wie ein Alter.

11.
Die Leistung des Gespanns Pflaume/Laaser beschreibt eine Miniatur des (ausgerechnet!) in Sankt Petersburg geborenen Dichters Daniil Charms auf das Trefflichste, wenn man »Büro« durch »Stadion« und »französisches Weißbrot gekauft« durch »Mikrofon gefunden« austauscht:

»Da ging einmal ein Mann ins Büro und traf unterwegs einen anderen, der soeben ein französisches Weißbrot gekauft hatte und sich auf dem Heimweg befand. Das ist eigentlich alles.«