11 interessante Beobachtungen zum Spieltag

Ein Hauch von Hui Buh

Der Frühling kommt, und schon riecht es überall nach Abstiegsgespenst. Doch was macht diesen Duft aus? Wir haben es erforscht, ebenso wie den Zusammenhang zwischen Bojan Prasnikar und Gotthilf Fischer. Irgendwer muss es ja machen! 11 interessante Beobachtungen zum SpieltagImago 1.
»Hier riecht es nach Abstiegsgespenst«, hörten wir aus Cottbus und auch aus Nürnberg. Aber wonach riecht diese ätherische Gestalt denn bloß? Vielleicht nach dem Parfum, das der Tennis-Profi und einstige Weltranglisten-Erste Andy Roddick vor einigen Jahren auf den Markt brachte. Vor kurzem räumte Roddick ein, dass davon »vier beschissene Flakons« verkauft worden seien. Da hat das Abstiegsgespenst wohl auf Vorrat gekauft.

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2.
Beim Blick ins »Premiere«-Studio drängten sich uns schon die nächsten Fragen auf: Was macht Matthias Sammer eigentlich beruflich? Soviel steht fest: Er ist ein Kritiker. Doch was ist ein Kritiker? Der Dichter Ambrose Bierce gibt die Antwort: »Ein Kritiker ist einer, der sich rühmt, er sei schwer zufrieden zu stellen, während doch niemand ihn zufrieden stellen will.«

3.
»Hören Sie mal ganz genau hin, was Sie jetzt sehen«, moderierte »Premiere«-Mann Kai Dittmann die Wiederholung einer Szene aus dem Spiel HSV-Schalke an. Wir versuchten es – und zogen uns eine schmerzhafte Gesichtszerrung zu.

4.
Bei diesem Spiel herrschte eine seltsam relaxte Atmosphäre, ganz so wie in einer Schulklasse kurz vor den Sommerferien, wenn die Zeugnisnoten schon feststehen. Leider hat sich der HSV in einem Nebenfach gewaltig verrechnet, und das könnte ihn die Versetzung kosten.

5.

Als Bremens Stürmer Ivan Klasnic im Spiel gegen den KSC eine hochkarätige Chance vergab, analysierte »Premiere«-Mann Matthias Stach sachkundig: »Sehen Sie hier: Er findet seinen Fuß nicht.« Ob der Stürmer auch dafür die Vereinsärzte in Regress nehmen wird, ist derzeit noch offen.

6.
Karlsruhes Angreifer Sebastian Freis fand beim 2:2 nicht nur seinen Fuß, sondern auch 70 Meter offenen Raum vor sich. Sein Sololauf wäre noch schöner gewesen, wenn Werders Innenverteidigung Blumen gestreut hätte.

7.
Wenn man die Dosis Adrenalin, die sich in den Sekunden vor und nach seinem Treffer zum 1:1-Ausgleich gegen Rostock im Blut des Cottbusser Kapitäns Timo Rost befanden, einem Unbeteiligten injiziert hätte, wäre dieser sofort tot umgefallen.

8.
Energie-Trainer Bojan Prasnikar hingegen war mit sich und den Massen im Einklang. Als sogar noch das 2:1 fiel, dirigierte er den Jubel im Stadion der Freundschaft so virtuos, dass es für einen Moment schien, als hätte sich Gotthilf Fischer in die Coaching-Zone geschlichen.




9.
Was der Abstiegskampf mit einem Mann anstellen kann, wurde am Beispiel des 11FREUNDE-Redakteurs Jens Kirschneck deutlich. In der Halbzeit des Spiels seiner geliebten Arminia gegen Nürnberg wiesen wir ihn darauf hin, dass sein Hemd mit Krümeln übersät war. Matt antwortete Kirschneck: »Scheißegal« – und ließ die Krümel Krümel sein.

10.
Mitschuld am 0:2 zu Pause und Kirschnecks Abstiegs-Nihilismus trug Bielefelds Keeper Rowen Fernandez. Beim zweiten Gegentreffer erinnerte er weniger an einen Mann, der ein Tor verhindern will, als an einen, der seinen Schlüsselbund unter dem Sofa sucht.

11.
Auch wenn das 2:2 zwischen Hannover 96 und Hertha BSC sonst keine tiefgreifenden Erkenntnisse zuließ – jetzt wissen wir immerhin, wie die Biografie des Berliner Abwehr-Manikers Joe Simunic heißen könnte: »Ein Mann will nach unten«.