10 Dinge über Suspendierungen

»Hannover ist öde und hässlich«

6.
Früher war alles besser. Sogar die Suspendierungsgründe. Aber, aber, liebe Freunde. Kevin Großkreutz hält die Skandal-Fahne der jüngeren Generation hoch. Sehr hoch sogar. Gemeinsam mit drei Jugendspielern zieht Großkreutz 2017 in Stuttgart um die Häuser, was wiederum nur noch die ältere Generation so formuliert. Nach einer Oberstufenparty kommt es zur Beulerei (Jugendsprache!) und für Großkreutz neben einem dicken Schädel dank Jochbeinbruchs noch dicker: Provoziert, angestiftet, besoffen! Suspendierung!

7.
Lieber angestiftet als angefurzt – würde zumindest Christian Okpala von den Stuttgarter Kickers jetzt sagen. 2006 konnte der nicht an sich halten, nachdem Stefan Benda nicht einhalten konnte. Seine Gase nämlich. Klare Sache: Das gibt auf die Rübe. »Benda hat mich provoziert, indem er ständig furzte«, so Okpala. »Das hat er bereits in Augsburg getan, wo wir bis letzte Saison zusammenspielten.« Da musste Benda sogar 250 Strafe zahlen. Half alles nichts, Okpala flog raus, Benda furzte weiter. Klarer Fall von Täter-Opfer-Umkehr.

8.
Doch manchmal tun Worte mehr weh als ein Schlag ins Gesicht. Insbesondere wenn man sie so wählt wie Jan Simak. »Wenn ich nicht gehen darf, gibt’s Krieg«, kündigte der Tscheche in Hannover an. So weit, so gewöhnlich. Aber Simak setzte noch einen drauf: »Ich kann bei 96 nichts mehr lernen und Hannover ist öde und hässlich.« Besser beleidigt Hannover nur Martin Kind nach einer halben bis drei Flaschen Rotwein.

9.
Bei einer Flasche Rotwein überzeugte Werner Spinner laut dessen Aussage auch Toni Schumacher von einem Engagement im Präsidium des 1. FC Köln. Nach 25 Jahren kam der Ex-Torwart zurück zum »Effzeh«. 1987 war er suspendiert worden, nachdem er in seinem Buch »Anpfiff« Dopingvorwürfe geäußert, Sexparties ausgeplaudert und alkoholschwangere Nächte bei der WM 1982 öffentlich gemacht hatte. Auch beim DFB war damit für Schumacher Schluss. Für Schumacher kommen die Suspendierungen überraschen: »Woher sollte ich ahnen, dass die Wahrheit in Deutschland verboten ist?«

10.
Wieso zieht sich eigentlich der Alkohol wie eine feuchtfröhliche rote Linie durch diese Top-Liste? Vielleicht wegen der begrifflichen Nähe von Suspendierung und Suspension. Womit wir wieder beim Hefeweizen wären. Und bei Razundara Tjikuzu. Starker Name, noch stärker am Glas. Wenn Tjikuzu in Bremen, Rostock oder Duisburg nur zu spät zum Training kam, war das schon ein Erfolg. Denn es bedeutete: Er war nicht zu spät und betrunken. Flog trotzdem bei allen drei Klubs raus.