10 Dinge über Stadionsprecher im Delirium

Roy Prägers Wohnungsgesuch

6.
Wenig Humor zeigten die Verantwortlichen des Hibernian FC, als sie 2012 den beliebten Stadionsprecher Willie Docherty vor die Tür setzten. Docherty, ein ehemaliger DJ, hatte in der Halbzeitpause seines Klubs gegen Dundee United den Beatles-Klassiker »Taxman« eingespielt, ein diskreter Seitenhieb in Richtung des Rivalen Heart of Midlothian. Die Hearts schuldeten dem Staat zu diesem Zeitpunkt umgerechnet 2,1 Millionen Euro.

7.
Manfred Kreiler, langjähriger Stadionsprecher beim FC Bayern München, durchlitt einst ein, nun ja, diffiziles Debüt im Stadion an der Grünwalder Straße. Am Tag vor dem Heimspiel gegen Villingen war die Haupttribüne abgebrannt, auch die Stadionsprecherkabine war eingeäschert worden. Der FCB suchte hektisch nach einem Ersatzraum – und fand ihn im Keller. Kreiler begleitete die Partie aus dem Untergrund, ohne Sicht aufs Spielfeld.

8.
Kaum hatte er seinen Dienst am Mikrofon beim Hamburger SV beendet, plauderte Radiomann Uwe Bahn aus dem Nähkästchen und verriet Durchsagen, die er nach eingehender Prüfung den Stadionbesuchern vorenthalten hatte. Unser Favorit: »Suche dringend eine Vierzimmer­wohnung mit kleinem Garten im Großraum Ochsenzoll. Angebote bitte abgeben unter 41550.« Absender dieses Mietgesuchs: HSV-Stürmer Roy Präger.

9.
Er hatte zuvor auf der Trabrennbahn Recklinghausen die Rennen kommentiert. Als Werner Hansch nun ab 1973 auch beim FC Schalke 04 den Stadionsprecher gab, fiel ihm die Umstellung offenbar schwerer als gedacht. Schon die auf der Rennbahn übliche förmliche Begrüßung »Guten Tag, meine sehr verehrten Damen und Herren« sorgte für Aufsehen, dann kündigte er Torhüter Norbert Nigbur an: »Begrüßen Sie mit der Startnummer 1 ...«

10.
Riesenaufregung nach einem Remis zwischen Arminia Bielefeld und dem FC St. Pauli im Herbst 1986. Nicht nur, dass während der hitzigen 90 Minuten zwei Spieler vom Platz geschmissen wurden, nein, St. Pauli-Präsident Dr. Otto Paulick erfuhr zusätzlich, dass ihn Bielefelds Stadionsprecher Lothar Buttkus als »Zuhälter aus Hamburg« angekündigt hatte. Paulick tobte, Arminias Präsidentin Gisela Schwerdt musste die Gemüter beruhigen.