10 Dinge über rheinische Derbys

Kölsch gegen Alt

Die bestmögliche Vorbereitung auf Gladbach gegen Düsseldorf heute Abend? Na klar: Zehn Mal Stammtischwissen, Fun Facts und Historie über Derbys im Rheinland.

imago

1. 

Mathematik zuerst: Als »rheinisches Derby« gilt jegliche Kombination aus Fortuna Düsseldorf, Bayer Leverkusen, 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach. Wer damals im Matheunterricht nicht wie wir lieber Mitschüler mit Radiergummis abgeworfen, sondern aufgepasst hat, weiß: Die Summe der Kombinationen ist gleich (n-1)!, also (4-1)!, was 3*2*1 also sechs ergibt. Oder so. Es gibt aber noch eine Ausnahme: Das wegen der direkten Rheinbahn-Verbindung sogenannte Straßenbahnderby zwischen Düsseldorf und Duisburg. Macht also sieben potentielle rheinische Derbys!

2.

Obwohl es die weiteste Entfernung zwischen einer der vier Städte ist, gilt Köln gegen Gladbach als die wichtigste der Begegnungen. Auch Max Eberl bezeichnet es im Gespräch mit dem Express als »das wahre Derby.« Dazu muss man auch sagen, dass diese beiden Klubs historisch die größte Rolle spielten. Und sie trafen auch am häufigsten aufeinander: 88 Mal spielten beide Vereine in der Bundesliga gegeneinander. Deshalb wünscht sich Eberl, »dass der FC relativ schnell wieder aufsteigt, sodass wir dann drei rheinische Vereine in der ersten Liga haben.« Das darf er in Leverkusen keinem erzählen.

3.

Düsseldorf und Gladbach begegnen sich heute immerhin zum 47. Mal in der Bundesliga. Zuletzt gab es die Paarung im vergangenen Jahr, als die Borussia mit 1:0 im Pokal triumphierte. Die Umstände geben Grund zur Hoffnung: Damals wie heute fingen sich die Fohlen im Spiel zuvor fünf Tore gegen Leverkusen.

4.

Spiegel Online befragte Fans aus der ganzen Republik nach Vereinsfreunden und -feinden. Interessant: Von Gladbachern, Leverkusenern und Düsseldorfern wird jeweils eindeutig Köln als Erzrivale ausgemacht. Für Fans des FC spielt allerdings hauptsächlich Gladbach eine Rolle. Bleibt das Fazit: Köln kann keiner leiden.

5.

Könnte auch daran liegen, dass sich manche Kölner Fans in der Vergangenheit nicht immer vorbildlich verhalten haben und zum Beispiel mit Fäkalien gefüllte Bierbecher aus dem Oberrang über dem Gästeblock regnen ließen. 2008 sorgten Teile der Szene für die Auflösung der »Ultras Mönchengladbach«, nachdem sie bei einem Stadion-Einbruch deren Zaunfahne erbeuteten. Zehn Jahre später ereilte »Scenario Fanatico« das gleiche Schicksal, als als Ordner getarnte Kölner in der Halbzeitpause des Derbys deren Fahne erbeuteten. Gladbach rächte sich wenig später, als beim Kölner Auswärtsspiel in Hoffenheim die »Boyz«-Zaunfahne abgezogen wurde. Seitdem gibt es auch die nicht mehr.