10 Dinge über Oliver Glasner

Who The Fuck Is Oli?

Wolfsburg hat einen Neuen. Also einen Trainer, ab Sommer dann. Glasner sein Name, Oliver Glasner. Bleiben nur eine Frage - und zehn Antworten. 

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1.

Erstmal die Fakten auf den virtuellen Tisch gelegt: Oliver Glasner ist 45 Jahre alt, gebürtiger Salzburger und dementsprechend Österreicher. Heißt auch: Wenn es bis zum Sommer nicht noch weitere Trainer-Beben gibt, wird er der 14. Trainer aus dem Nachbarland sein, der einen deutschen Bundesligisten trainiert. Und dann in einer Reihe stehen mit so illustren Namen wie Peter Pacult, Max Merkel und Kurt Jara. Kann also nur gut werden.

2.

Überraschung: Bevor Glasner Trainer wurde, war er Spieler. Den größten Teil seiner aktiven Karriere verbrachte er beim SV Ried, nämlich 18 Jahre. Aus dieser Zeit ist ihm die lebenslange Ehrenkapitänswürde erhalten geblieben. Außerdem wurde er 2008 Fünfter bei der Wahl zu Österreichs Fußballer des Jahres. Unter »vergleichbare Spieler« listet Transfermarkt.de internationale Größen wie Georgios Kakousios, Viktor Goncharenko oder Feti Okuroglu. Aber: Zweimal gewann Glasner den österreichischen Cup. Der wiederum bewirbt sich per se schon um den Titel »Hässlichster Pokal der Fußballgeschichte.«

3.

Gefühlt hätte der Innenverteidiger auch noch bis an sein Lebensende weiterspielen können – hätte er sich nicht bei einem Kopfballduell 2011 eine Gehirnerschütterung zugezogen. Und wäre er nicht wenige Tage später mit zum Euro-League-Qualifikationsspiel nach Bröndby gefahren. Und hätte er keine Kopfbälle trainiert. Frei nach Lothar Matthäus: Wäre wäre, Subduralhämatom. Das bildete sich nämlich zwischen Hirn und Hirnhaut, Glasner musste operiert werden und beendete auf Anraten der Ärzte wenige Tage vor seinem 37. Geburtstag seine Karriere. Ein Concussion-Protocol gibt es im Fußball übrigens immer noch nicht.

4.

Während der Karriere schloss Glasner ein betriebswirtschaftliches Studium an der Fernuniversität Hagen ab. Eine hervorragende Entscheidung – um Hagen nicht betreten zu müssen. Nach der Karriere sollte die lebende Klublegende die zweite Mannschaft in Ried übernehmen. Aber der Ehrenpräsident der SV Peter Vogl grätschte dazwischen. Vogl war gleichzeitig Geschäftsführer von Red Bull Salzburg und holte Glasner als sportlichen Koordinator 2012 zurück in die Mozartstadt. Schon damals spielten Moral und Anstand bei RB eher eine untergeordnete Rolle.

5.

Im Sommer desselben Jahres wechselte Glasner dann auf die Bank, als Co-Trainer von Roger Schmidt. 2014 feierte er in dieser Position seine bislang größten Erfolge als Coach: die Meisterschaft und den Pokalsieg in Österreich. Nach den Titelgewinnen kehrte er dann zur SV Ried zurück, wo er aber auch nur ein Jahr blieb, um dann zum Linzer ASK zu wechseln. Mit seinem Abgang leitete er in Ried eine Serie von 10 Trainern in weniger als vier Jahren ein. Außerdem brachte er mit dem überraschenden Wechsel zum Lokalrivalen Fans, Verantwortliche und den Rest gegen sich auf – inklusive Schreiduellen zwischen Glasner und dem Präsidium, wie österreichische Medien berichteten.