10 Dinge über den Weltpokal

Den BVB kann keiner schlagen! Oder doch?

6.
Eines der schönsten Tore schoss Rabah Madjer im Weltpokal 1987. In 108. Minute lupfte der  Algerier den Ball aus 30 Metern über Penarols Keeper Eduardo Pereira. Madjer war damals auf dem Höhepunkt seiner Karriere, schon im Landesmeister-Finale hatte er dem FC Bayern mit einem Hackentor den Todesstoß versetzt. Madjers Wechsel zum FC Bayern galt damals übrigens als sicher. Der Stürmer hatte sich schon in der Wüste im Trikot des FC Bayern ablichten lassen – im letzten Moment platzte der Transfer allerdings.



7.
Ab 1980 wurde das Weltpokalfinale im Winter und in Tokio ausgetragen. Warum nur? Zum einen wollte die Fifa den Fan- und Spielerschlachten Einhalt gebieten und wählte deswegen neutralen Austragungsort. Andererseits war Toyota als Hauptsponsor eingestiegen und dachte, es wäre total super, die Spieler bei Minusgraden und Schnee über den Rasen flitzen zu lassen. Auf diese Winterspiele bereiteten sich die südamerikanischen Profis normalerweise nicht besonders vor. Anders war es 1997, als Borussia Dortmund in Tokio auf Belo Horizonte traf. Nelsinho Baptista, Trainer der Brasilianer, ließ seine Spieler in einer Klimakammer der Universität von Belo Horizonte trainieren. Die Temperaturen waren dort auf fünf Grad Celsius eingestellt. Es nützte nichts, der BVB gewann durch Tore von Heiko Herrlich und Michael Zorc mit 2:0. Die Südamerikaner beendeten das Spiel traditionell in Unterzahl.
 
8.
Borussia Dortmund schwebte nach dem Gewinn auf einer wahren Euphoriewelle. Fragten sich andere oft, ob der Titel noch zu etwas anderem gut sei als zum Angeben auf dem Briefkopf, stufte Klubchef Gerd Niebaum den Erfolg höher ein »als den Gewinn der Champions League«. Steffen Freund sprach derweil von einem neuen »Wir-Gefühl« und Andreas Möller glaubte: »Wenn wir konzentriert spielen, kann uns keiner schlagen« Am Ende jubelte auch Nevio Scala: »Wir sind die beste Mannschaft der Welt!« Eine Woche später verlor der BVB in der Bundesliga mit 2:4 beim Tabellenletzten Köln. Nach 34. Spieltagen belegte die Mannschaft Platz 10.
 
9.
Paulo Sergio erinnerte sich einmal in der »Süddeutschen Zeitung« an den 26. Mai 1999, als der FC Bayern im Champions-League-Finale auf Manchester United traf: »Es war ein schöner Frühsommerabend in Rom, und ich saß vorm Fernseher, und je länger das Champions-League-Finale dauerte, desto mehr freute ich mich, dass ich im Sommer zum FC Bayern wechseln würde. Kurz vor dem Abpfiff jubelte ich: ›Super, jetzt geh'n wir nach Tokio und spielen gegen Palmeiras.‹« Doch dann kamen Ole-Gunnar Solskjaer und Teddy Sheringham. Kleiner Trost: Bei Manchesters 1:0 gegen Palmeiras São Paulo stand immerhin ein Deutscher auf dem Platz. Hellmut Krug leitete die Partie. Großer Trost: Paulo Sergio konnte den Weltpokal 2001 mit dem FC Bayern gegen Boca Juniors gewinnen.
 
10.
Das letzte so genannte Weltpokal-Finale fand 2004 statt und bot zugleich die größte Überraschung in der Geschichte dieses Events: Aus Südamerika reiste nämlich CD Once Caldas nach Japan. Der kolumbianische Klub hatte im Finale der Copa Libertadores den Titelverteidiger Boca Junior besiegt. Once Caldas  kannte bis dahin kaum jemand, denn das Team stammt nicht aus den Ballungszentren, sondern aus der relativ kleinen Stadt Manizales. Damit die Mannschaft auch gut vorbereitet in die wichtigen Spiele ging, schaute sogar der Staatspräsident vorbei, um den Spielern Mut zu machen und sich mit ihnen fotografieren zu lassen. Vor dem Spiel gegen Porto sagte Trainer Luis Fernando Montoya: »Allein mit dem Gehalt von Portos Torwart Vitor Baia könnten wir unsere gesamte Mannschaft bezahlen.« Am 12. Dezember 2004 hielt Once Caldas   gut dagegen und hielt über 120 Minuten ein 0:0. Der heutige Wolfsburger Diego, damals für Porto aktiv, musste mit Gelb-Rot vom Platz. Im Elfmeterschießen wurde Johnny García zur tragischen Figur: Er ulihoeneßte beim Stand von 7:7 den Ball in den Himmel von Yokohama.