10 Dinge über den KFC Uerdingen

Mehr als nur ein Grotifant

Am Dienstag hat der KFC Uerdingen seinen neuen Trainer vorgestellt, den vierten in etwas mehr als einem Jahr. Doch schon vor Investor Mikhail Ponomarev ging es in Uerdingen rund. 

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1.

Damit alle auf dem gleichen Stand sind: Der Krefelder Fußball Club Uerdingen 05 steht aktuell mit 46 Punkten und minus 13 Toren im Mittelfeld der dritten Liga. Dass der Verein aber überhaupt wieder im Profifußball existiert, grenzt an ein Wunder, so oft wie Insolvenzen abgewendet oder überwunden wurden. Dafür wurde man in Krefeld regelmäßig kreativ: 2005 konnten Fans einen Kaderplatz im Oberligateam auf Ebay ersteigern.

2.

Markus Oellers wurde die Ehre zuteil, eine Saison lang Teil der Mannschaft zu sein. Schade eigentlich, dass das vielleicht berühmteste Mitglied des Vereins sich nicht am Wettbieten beteiligte: Pete Doherty, dessen Vater als britischer Soldat in Krefeld stationiert war und der seit 2015 Vereinsmitglied beim KFC ist. Der Sänger der Babyshambles wäre jedoch vermutlich an der Dopingkontrolle gescheitert.

3.

Mittlerweile ist die Insolvenz einigermaßen entfernt, der russische Investor Mikhail Ponomarev hat den Klub auf ein finanziell stabiles Fundament gestellt. Anfang Februar kündigte er an, er werde seinen Weg weitergehen und der Verein werde erfolgreich sein. »Niemand kann uns stoppen.« Seitdem verlor die Mannschaft acht von 14 Ligaspielen und Kevin Großkreutz verteilte Schellen in der Kabine. Und auch der (bislang nicht verifizierte) Twitter-Account von Ponomarev spricht Bände, was die allgemeine Zurechnungsfähigkeit der Uerdinger Funktionsträger angeht.


Quelle: @KFC_Vorstand on Twitter

4.

Von 1953 bis 1995 hieß der Verein nach der Fusion mit der Betriebsmannschaft eines großen Pharmakonzerns bekanntermaßen FC Bayer Uerdingen 05. Von damals rührt auch die Rivalität zwischen beiden Klubs, obwohl die letzte Begegnung über 20 Jahre zurückliegt. Tatsächlich hat Uerdingen eine positive Bilanz gegen den großen Bruder. Der Krefelder Lokalrivale allerdings heißt VfR Fischeln. Auch hier sprechen die Ergebnisse für den KFC. 

5.

Super-Funkel auf Mission: In Uerdingen hat Friedhelm »Finke« Funkel Heldenstatus. Jeweils zwei Mal stieg er als Spieler und Trainer in die Bundesliga auf, gewann zusätzlich 1985 den DFB-Pokal. 481 Pflichtspiele und 144 Tore sind bis heute unangefochtener Uerdinger Rekord. Zur Legende wurde er aber auch wegen seiner Rolle als Super-Funkel im unvergessenen Werbefilm »KFC Uerdingen 05 goes Hollywood« von 1996, der sich in eine lange Liste außergewöhnlicher Uerdinger Marketingideen einreiht.