10 Dinge über das Frankenderby

Platzsturm und ein erzwungener Wechsel

6.
Anfang der 1950er etablierte sich das Frankenderby noch einmal als eines der hochklassigsten Fußballspiele Deutschlands. Allerdings zu Ungunsten der Nürnberger. Besagte 2:7-Heimniederlage der Nürnberger gegen Fürth kommentierte der ehemalige Nürnberger Außenläufer Hans »Bumbes« Schmidt trocken: »Die Tränen haben mir in den Augen gestanden, wie die gespielt haben! Und ausgerechnet die Blödel aus Fürth gewinnen das!« Warum das Zitat im Frankenland Berühmtheit erlangte? Schmidt trainierte zu diesem Zeitpunkt die Spielvereinigung.

7.
Als wahres Skandalderby ging das Aufeinandertreffen der beiden Vereine am 21. Januar 1973 in die Geschichte ein. Im Fürther Ronhof randalierten Nürnberger Anhänger, zündeten mehrere Raketen und stürmten den Platz. Der damalige Fürth-Torhüter erklärte: »Ich bin hin und hab gesagt: ›Lauft doch wo anders hin.‹ Und dann standen auf einmal 30 Leute um mich im Kreis und ich hab auch nur geschaut, dass ich weg komm.« Die Partie wurde beim Stand von 4:2 für Fürth abgebrochen – und letztlich 2:0 für die Spielvereinigung gewertet.

8.
Ab der Saison 1981/82 herrschte einige Jahre Funkstille im Frankenderby. Im Jahr zuvor waren Nürnberg und Fürth noch in der ersten Runde des DFB-Pokals aufeinander getroffen. Weil es nach Verlängerung im Hinspiel 1:1 stand, und es noch kein Elfmeterschießen zur finalen Entscheidung gab, musste ein Wiederholungsspiel den Sieger herbeiführen: Nürnberg siegte 3:0. In den folgenden 16 Jahren trafen die beiden Klubs nur noch in Freundschaftsspielen aufeinander. Das änderte sich erst in der Saison 1996/97 – nach dem Abstieg des »Clubs«. Zum Wiedersehen gab es gleich ein Bonbon obendrauf: Ein Duell in der zweiten DFB-Pokalrunde. Das Spiel fand trotz Heimrecht der Fürther in Nürnberg statt, die Spielvereinigung siegte trotzdem, mit 2:1.

9.
Die Abneigung der Vereine gegen den jeweils anderen ist riesig. FCN-Coach Dieter Hecking berichtete vor dem DFB-Pokalduell in der Saison 2011/12: »Seit dem Moment der Auslosung wurde ich von tief verwurzelten Cluberern mit zahlreichen Anekdoten versorgt.« Wie tief die Rivalität ist, zeigt ein Zitat des damaligen Sportdirektors Martin Bader. Der sagte einst in den »Nürnberger Nachrichten« in Anspielung auf die missglückten Aufstiegsversuche des Konkurrenten: »Wir kennen das mit Fürth, was passiert am Ende? Sie steigen auf – oder eben nicht.« Mit einem solchen Spruch lag Bader in bester Tradition. Mitte der 1960er schrieb die Club-Vereinszeitung: »Es scheint für die Cluberer ungefährlicher, mit bloßen Händen in ein Kreuzotternest zu greifen, als sich um einen Fürther Spieler zu bemühen.«

10.
Wechsel zwischen den beiden Teams sind zwar noch immer selten, allerdings nicht mehr völlig unmöglich. Besonders kurios ist die Geschichte des Wechsels von Hans Sutor. Kurz nachdem der Linksaußen das Meisterschaftsfinale 1920 mit Fürth gegen Nürnberg verloren hatte, heiratete er eine Nürnbergerin – und wurde deshalb kurzerhand aus der Fürther Mannschaft geworfen. Sutor schloss sich dem FCN an, wurde dreimal Deutscher Meister und machte 12 Länderspiele. Und verlebte – hoffentlich – eine glückliche Ehe.