10 Dinge über Co-Trainer

Für immer Assi

Jens Lehmann ist neuer Co-Trainer beim FC Augsburg, Oliver Kahn bezeichnet ihn als »ungemütliche« Nummer zwei. Die gab es auch schon in der Vergangenheit. Zehn Dinge über Assis, von Schamhaaren bis Straßenschläger.

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1.

Peter Hermann ist der womöglich berühmteste Co-Trainer der Bundesliga. Jupp Heynckes bezeichnete ihn zumindest mal als den besten. Heute neben Niko Kovac auf der Bayern-Bank begann Hermann seine Laufbahn schon 1989 in Leverkusen, wo er bis 2008 assistierte und ganze drei Mal sogar interimsweise den Chefcoach gab. Unterbrochen wurde die Zeit bei Bayer nur für ein einziges Jahr: In der Saison 2008/2009 war er in Nürnberg angestellt, weil unter dem neuen Trainer Bruno Labbadia kein Platz mehr für ihn war. Ende März 2015 wurde er später beim HSV engagiert – und kündigte drei Wochen später wieder. Hamburg hatte einen neuen Chefcoach verpflichtet: Bruno Labbadia. Scheint wohl doch mehr dahinterzustecken.

2.

Peter Hermann war es auch, der einem anderen ewigen »Assi« den Job klaute: 2013 wollte Jens Keller auf Schalke lieber mit ihm als mit Seppo Eichkorn zusammenarbeiten, der ein Jahrzehnt lang an Felix Magaths Seite gestanden hatte. Das Verhältnis zu Magath beschrieb Eichkorn im Interview mit Spox als entspannt. Einfach war es aber nicht immer: »Telefonieren mit Felix war immer schwer, da ich aufgrund seines nicht seltenen Schweigens nie wusste, ob er überhaupt noch in der Leitung war.« Wir können uns noch einige andere Dinge vorstellen, die mit Magath schwierig wären. Training zum Beispiel.

3.

Aber nochmal zurück zu Peter Hermann. Der kostete den FC Bayern 1,75 Millionen Euro, als er 2017 aus Düsseldorf zurückkam. Es hätte auch noch etwas mehr werden können: Düsseldorf hatte eine Nichtaufstiegsprämie in den Vertrag geschrieben. Da die Fortuna aufstieg, sparte sich der FCB zumindest die. Und Niko Kovacs anderer Assistent, sein Bruder Robert, war ein echter Schnapper: Nach Hessen floss nur ein symbolischer Euro. Stand jetzt.

4.

Apropos Hessen. Schon mal von Roland Koch gehört? Klar, Ex-Ministerpräsident, Gollum-Lookalike, CDU-Hardliner – um den geht's aber nicht. Der andere Roland Koch hat vor allem ein Attribut: Daum-Co-Trainer. Christoph Daum nahm seinen Assistenten überall dorthin mit, wo es ihn selbst hinzog. Bis vor das Landesgericht in Koblenz. Dort musste Koch in der Koksaffäre seines Chefs aussagen. »Ich habe gesehen, wie Christoph sich die Schamhaare selbst abgeschnitten hat. Es war eine unwürdige Situation«, sagte er. Ähnlich wie die elf Jahre hessischer Landesregierung unter seinem Namensvetter.

5.

Legendärer Name, legendäre Karriere: Karl-Heinz »Kalli« Kamp war 21 Jahre lang Co-Trainer in Bremen. Nachdem er als Aktiver schon 400-mal für Werders Profis auflief, machte er nochmal mehr als doppelt so viele Spiele als zweiter Mann auf der Bank, alleine 461 an der Seite von Otto Rehhagel. Eine künstliche Hüfte beendete schließlich seine Karriere, in der Kabine schaut er trotzdem noch regelmäßig vorbei. Ob das Maskottchen der Landesgartenschau 2020, Kalli aus Kamp-Lintfort, nach ihm benannt wurde, ist nicht bekannt. Wohl aber, dass sein zweiter Spitzname in Bremen »Schampus« lautet.